Tutzinger Löwe
Tutzing
Religion
„Theologie der Hoffnung“ – heute
03. – 05. November 2017
TagungInhalt
„EIN MENSCH OHNE HOFFNUNG HAT KEINE ZUKUNFT.“
Albert Camus
Albert Camus
Hoffnung – mittelniederdt.: hopen, „hüpfen“, „(vor Erwartung unruhig) springen“, „zappeln“ –ist eine zuversichtliche innere Haltung, die mit einer positiven Annahme verknüpft ist, dass etwas Wünschenswertes eintritt, ohne dass darüber Gewissheit besteht. Hoffen heißt nicht selten, leben gegen den Augenschein. Der Volksmund reimt: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.“ Und Theodor Fontane notierte: „Leben heißt, Hoffnungen begraben.“ Manche Wände und Türen zieren Sprüche wie „No future“, „No hope“ – keine Zukunft, keine Hoffnung.
Wer hofft, erwartet etwas, er findet sich mit (s)einer Situation nicht ab, sondern erkennt sie lediglich als Station, die er auch hinter sich lassen kann. Wer keine Hoffnung mehr hat, ist verzweifelt, gibt sich auf. Wo Hoffnung ist, bekommen Menschen die Kraft, durchzuhalten.
Wer hofft, hat ein erstrebenswertes Noch-Nicht vor Augen, sieht über das Gegenwärtige hinaus. Menschen entwickeln Sehnsucht, Phantasie, sie träumen, Visionen entstehen, auch Utopien (griech.: ou Topos – kein Ort, nirgends). Thomas Morus entwickelte 1516 die Idee einer „Insel Utopia“, auf der im Gegensatz zur damaligen englischen Gesellschaft Gerechtigkeit und soziales Wohlergehen herrschten. Der Philosoph Ernst Bloch formulierte 1959 „Das Prinzip Hoffnung“. Und auch in der Bibel ist das Hoffnungspotenzial unübersehbar: Die Hoffnung auf einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jesaja 65,17), wo Gerechtigkeit herrscht (2. Petrus 3,13) und „der Gott der Hoffnung“ (Römer 15,13) „alles neu macht“ (Offenbarung 21,5).
1964 hat Jürgen Moltmann seine „Theologie der Hoffnung“ vorgelegt. Im Vorwort der ersten Ausgabe schreibt er, seine Versuche und Ansätze „fragen … nach dem Grund der Hoffnung des christlichen Glaubens und nach der Verantwortung dieser Hoffnung im weltlichen Denken und Handeln heute“. Mehr als fünfzig Jahre später geht es um eine Theologie der Hoffnung heute. Was sagt die Bibel konkret? Was meint Martin Luther? Und in ökumenischer Perspektive gefragt: Was ist in der katholischen Theologie zu entdecken? Welche Spuren finden sich in der modernen Literatur? Wie sieht die philosophische Perspektive aus? Und was denkt Jürgen Moltmann heute? Er wird an dieser Tagung teilnehmen und in diesem Rahmen mit dem „Tutzinger Löwen“ geehrt.
Seien auch Sie mit dabei! Wir freuen uns auf anregende Begegnungen und Gespräche im Schloss Tutzing.
Udo Hahn
Direktor, Evangelische Akademie Tutzing
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Direktor, Evangelische Akademie Tutzing
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Anreise ab 16.00 Uhr
18.00 Uhr
Beginn der Tagung mit dem Abendessen
19.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Pfr. Udo Hahn
19.45 Uhr
"Ein lebender Hund ist besser als ein toter Löwe" (Prediger 9,4) - Und: "...damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffung haben" (1. Thess. 4,13)
Hoffnungsbilder zwischen Israel und den ersten Christen
Prof. Dr. Oda Wischmeyer
anschließend Diskussion
21.15 Uhr
Begegnungen und Gespräche in den Salons
Veranstaltungsleitung
Pfr. Udo Hahn
AkademiedirektorReferat für Theologie, Politik, Ökumene, Medien
Referierende
Dr. Günther Beckstein, Jurist, Mitglied des Bayerischen Landtags von 1974 bis 2013, 1993 bis 2007 Bayerischer Staatsminister des Innern und von 2007 bis 2008 Bayerischer Ministerpräsident, Nürnberg
Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), München
Sebastian Fuchs, Sprecher und Vokalkünstler. Musikalische Lesungen, Bühnenprojekte, Rundfunkproduktionen, Neues Künstlertheater Berlin
Marcel Kohler, Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters Berlin. Engagements u.a. bei der Schaubühne Berlin und den Salzburger Festspielen sowie eigene Regiearbeiten, Neues Künstlertheater Berlin
Dr. phil. Oliver Kohler, 1991-1994 Lektor und Verlagsleiter, seit 1994 freiberuflich tätig als Schriftsteller, Publizist und Herausgeber, Mainz
Prof. Dr. Athina Lexutt, Professorin für Kirchen- und Theologiegeschichte, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Evangelische Theologie, Institut für Ev. Theologie der Justus-Liebig Universität Gießen
Prof. Dr. Jürgen Moltmann, 1952 bis 1957 Pastor in Bremen sowie Studentenpfarrer, ab 1957 Kirchliche Hochschule Wuppertal, 1963 Universität Bonn, von 1967 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor für Systematische Theologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Nils Rovira-Muñoz, u.a. Mitglied des Ensembles am Deutschen Theater Berlin, am Volkstheater Wien, Fernseh- und Kinoproduktionen, Neues Künstlertheater Berlin
Prof. Dr. Peter Neuner, 1985 bis 2006 Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München, ab 2000 auch für den Bereich Ökumenische Theologie
Claudia Stamm MdL, ehem. Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, Gründerin der Partei „Mut“, München.
Nils Strunk, Ensemblemitglied am Residenztheater München. Engagements u.a. bei der Schaubühne Berlin und im „Tatort“, Neues Künstlertheater Berlin
Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, 1986 bis 1993 Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Bayreuth, 1993 bis 2011 Lehrstuhl für Philosophie I an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Oda Wischmeyer, 1993 bis 2009 Professorin für Neues Testament an der Universität Erlangen
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Isabelle Holzmann
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
holzmann@ev-akademie-tutzing.de