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Thomas Mann – der Weltdeutsche

28. – 30. September 2018

Tagung reise info Tutzing reise info Geschichte, Kunst & Kultur
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Inhalt

"EINE GEISTIGE BRÜCKE NACH AMERIKA SCHLAGEN"
                                                                      Berthold Leibinger, Unternehmer, 2018
 
– in dieser Absicht wurde im Juni 2018 das Thomas-Mann-Haus in Pacific Palisades, Los Angeles eröffnet. Thomas Mann hat es in seinem Exil umgekehrt gehalten: Mit seinen Radioreden an „Deutsche Hörer“ wollte er eine geistige Brücke nach Deutschland schlagen. Er sprach seinen Landsleuten ins Gewissen, versuchte sie durch die tödliche Decke von
Inhumanität, Geist- und Gefühllosigkeit, die sich über Deutschland gelegt hatte, dennoch zu erreichen. Das war eine Fortsetzung seines Kampfes gegen den Nationalsozialismus, den er schon in den 1920er Jahren entschieden geführt hatte, ohne freilich breitere Schichten anzusprechen.
 
Dazu war er zu sehr ein Vertreter der intellektuellen Elite. Sprache, Habitus und seine Umgebung trennten ihn vielfach von der Welt, in der der Aufstieg Adolf Hitlers sich vollzog, der – umso erstaunlicher – allerdings auch Intellektuelle zu verführen vermochte  und sich bei der Planung und Ausführung der Verbrechen auf ein großes Reservoir geistiger Mittäter stützen konnte. Im Exil sammelten sich unterdessen Gegner und Verfolgte, auch Pacific Palisades war ein Ort, an dem man sich begegnete. Die Rückkehr nach Deutschland war vielfach anders, als man sie sich erträumt hatte, und vielfach unterblieb sie, weil einen nach zwölf Jahren Schrecken die Heimat nicht einfach wieder warm umfing. Thomas Mann verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz, wo er 1955 starb, bis zuletzt mit seinem „Weltdeutschtum“ ebenso identifiziert wie kritisch. Gerade auf die junge Generation im Nachkriegsdeutschland machte er bei seinen Vortragsreisen großen Eindruck und wirkte so am „Sieg der Demokratie“  mit, den er auch in scheinbar aussichtslosen Zeiten beschworen hatte.
 
In der Tagung spüren wir dem Verhältnis des Schriftstellers zur deutschen Nation in unterschiedlichen Zeiten nach, fragen, wie er umgekehrt vom Publikum im In- und Ausland rezipiert wurde und was seine Wirkungen bis heute sind. Die Tagung gilt „dem Politischen“ bei Thomas Mann, seiner Sprache blieb er auch darin stets treu. Eine beredte Begegnung mit dem Leben, Werk und der Wirkung eines großen Literaten steht an, zu der wir herzlich ins Schloss Tutzing am Starnberger See einladen!
 
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing
Dr. Dirk Heißerer, Thomas-Mann-Forum München e.V.

Programm

Fr, 28.09.2018 Sa, 29.09.2018 So, 30.09.2018
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Dr. Ulrike Haerendel

Anreise ab 16.00 Uhr

18.00 Uhr

Beginn der Tagung mit dem Abendessen

19.00 Uhr
Begrüßung
Dr. Ulrike Haerendel

und

Dr. Dirk Heißerer
19.30 Uhr
Thomas Mann: der ironische Weltbürger
Prof. Dr. Rüdiger Görner
21.00 Uhr

Gespräche in den Salons

Veranstaltungsleitung

Dr. Ulrike Haerendel

Referierende

 
Prof. Dr. Thomas Goll, Lehrstuhl für integrative Fachdidaktik Sachunterricht und Sozialwissenschaften an der TU Dortmund
Prof. Dr. Rüdiger Görner, Literaturwissenschaftler, Gründungsdirektor des Zentrums für deutsch-britische Kulturbeziehungen, Queen Mary University of London
Dr. Dirk Heißerer, Literaturwissenschaftler, Autor und Veranstalter literarischer Spaziergänge und Exkursionen, Vorsitzender des Thomas-Mann-Forums München e.V.
Oliver Hermann, Schauspieler, Hamburg
Dr. Andreas Heusler, Historiker, Autor, Leiter der Abt. Judaica und Zeitgeschichte im Stadtarchiv München
Prof. Dr. Frido Mann, Theologe, Psychologe, Autor, München
Dr. Walter Ludwig Schomers, Romanist und Germanist, Rielasingen-Worblingen
Dr. Sonja Valentin, Dramaturgin und Autorin, Hamburg

Ort & Infos

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Kontakt

Rita Niedermaier
Telefon: 08158 / 251-121
Fax: 08158 / 251-110
niedermaier@eatutzing.de