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Vielfältige Quartiere – Nachbarschaft für alle?

26. – 27. März 2026

Tagung reise info Tutzing reise info Familie & Generationen, Gesellschaft & Soziales, International, Psychologie & Lebensfragen, Religion
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Inhalt

BEI DER MIGRATION SIND WIR SEHR WEIT.“      

                                                                            Bundeskanzler Friedrich Merz                              
Die Debatte um Migration polarisiert Politik und Gesellschaft. Sie ist herausgehobenes Thema der Bundesregierung, wird aber auch in den Orten, Dörfern, Stadteilen, Quartieren und Nachbarschaften, am Stammtisch, im Kulturbüro und Rathaus leidenschaftlich geführt – dort, wo die Integration von Geflüchteten konkret wird.
Wie weit sind wir? Wo stehen wir bei der Migration? Seit 2015 sind jährlich mehr Menschen zugewandert, als in den Jahren davor. Das hat zeitweise insbesondere die Kommunen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gebracht. Anträge auf Asyl haben in Deutschland 2025 den tiefsten Stand seit 2020 erreicht. Manche sehen das als einen Erfolg, der Politik handlungsfähig erhält und politischer Radikalisierung vorbeugt. Andere werten es als Ausdruck einer zunehmend inhumanen Migrationspolitik.
Blickt man auf die lokale Ebene, so ließe sich der oben zitierte Satz des Kanzlers auch so lesen: Bei der Integration der vielen Menschen, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, ist durch eine große Kraftanstrengung kommunaler Politik und Zivilgesellschaft auch vieles gelungen. So wird deutlich, dass die Menschen, die in den Quartieren, Stadtteilen und Orten zusammenleben, bereits seit Jahrzehnten diverser und vielfältiger geworden sind – nicht erst seit 2015. Ein Faktor ist dabei die Migration: Fast ein Drittel der Menschen in Deutschland hat eine Migrationsgeschichte – wobei davon fast 37 Prozent bereits in Deutschland geboren wurde und die Mehrheit von ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Sie arbeiten, zahlen Steuern, gründen Firmen – und wohnen nebenan.
Und dennoch existieren Probleme, die entlang einer Skala der „sozialen Segregation“ abgelesen werden können und die unschönen Begriffe „Gentrifizierung“ und „Ghettoisierung“ tragen. Menschen sondern sich angesichts zu großer Vielfalt wieder voneinander ab und bleiben unter sich.
Wir wollen fragen: Wie können Nachbarschaften für alle entstehen? Wie lassen sich Quartiere so gestalten, dass Jung und Alt, Arm und Reich, Menschen mit und ohne Behinderungen, migrantische Gemeinschaften, neu Dazugekommene und längst am Ort Lebende miteinander gut leben können? Wo liegen die – in der Krisenrhetorik oft übersehenen – Erfolge von Integration? Wo benötigen Kommunen und Quartiere mehr Unterstützung? Wie können auch Kirche und Diakonie als Teil einer wachen Zivilgesellschaft mitarbeiten, um die vielen Herausforderungen vor Ort zu
bewältigen?
Auf unserer 5. Tutzinger Quartierstagung geht es um diese Fragen. Dazu hören wir Vorträge und tauschen uns in Workshops zu konkreten Quartiersprojekten aus. Wir hören Geschichten des Gelingens und auch des Scheiterns. Darunter sind auch Projekte der „AG Herberge“. Diese Arbeitsgemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern vermittelt seit zehn Jahren in vielen Quartieren in Bayern Geflüchteten jenseits der Erstunterkünfte einen Zugang zu Leben, Wohnen und Arbeiten. Denn Integration beginnt dort, wo sie „endet“: vor Ort. Wir freuen uns auf
intensive Gespräche!
 
Frank Kittelberger, Pfr. i.R.
Pastoralpsychologe, freier Mitarbeiter der Evangelischen Akademie Tutzing
 
Bettina Naumann, Kirchenrätin
Leiterin des Referats Diakonie und themenbezogene gesellschaftliche Aufgaben im Landeskirchenamt der ELKB, München
Sabine Claaßen
Justiziarin u.a. für Projekte im Bereich Diakonie und themenbezogene gesellschaftliche Aufgaben im Landeskirchenamt der ELKB, München
Barbara Tappe
Referentin für Diakonie im sozialen Nahraum, Diakonisches Werk Bayern, Nürnberg
Lisa Scholz
Referentin für Migration, Diakonisches Werk Bayern, Nürnberg
 
 
 

Programm

Do, 26.03.2026 Fr, 27.03.2026
icon button icon button Programm

ab 11 Uhr Anreise

12.30 Uhr

Beginn der Tagung mit einem Mittagsimbiss

13.30 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Tagung
Pfr.i.R. Frank Kittelberger
14.00 Uhr
Vielfalt im Quartier: Gelingensbedingungen und Hemmnisse
Prof. Dr. Haci Halil Uslucan
15.15 Uhr

Kaffeepause

15.45 Uhr

Vorstellung der Workshops

16.00 Uhr
Quartiersprojekte in Nahaufnahme

(1.Durchgang)

Workshop 1: Vielfalt sichtbar machen – Partizipative Methoden für die Quartiersarbeit mit älteren Menschen: Beispiele aus dem Projekt Algele Qua
Prof. Dr. Sigrid Mairhofer
Nina Faltermayr
Workshop 2: Creating NEBourhoods Together: Nachbarschaften gestalten – gemeinsam, umweltgerecht und inklusiv
Sylvia Pintarits
Tina Zoch
Workshop 3: Quartier ist existenziell – und deshalb Chance für Kirche auf Relevanz und Resonanz. Konkret erzählt an den Quartiers-Geschichten aus Reutlingen und Esslingen
Götz Kanzleiter
Workshop 4: Wir Für Ostelsheim – wie Bürgerbeteiligung und Engagement nachbarschaftliche Strukturen und Sinn stiftet
Lena Abdi
Workshop 5: Wir Quartier – gelebte Vielfalt und Inklusion in Holzkirchen und Sauerlach
Pfr. Ulrike Lorentz
Workshop 6: Willkommen in der Nachbarschaft – Interkulturelle Begegnung in Fürth
Cornelia Hufeisen
16.55 Uhr

Pause

17.00 Uhr

Abendessen

17.05 Uhr
Quartiersprojekte in Nahaufnahme

(2. Durchgang)

19.30 Uhr
10 Jahre AG Herberge – Feierstunde und Auszeichnung ausgewählter Projekte
Gelingendes Zusammenleben in Vielfalt

Festvortrag:

PD Dr. Astrid Utler
Auszeichnung ausgewählter Herberge-Projekte

Laudation:

Stefan Blumtritt
20.30 Uhr

Begegnungen und Gespräche in den Salons des Schlosses

Veranstaltungsleitung

Pfr.i.R. Frank Kittelberger
Freier Mitarbeiter

Referierende

BETEILIGTE
Lena Abdi, Quartiersmanagerin der Gemeinde Ostelsheim
Bernd Berger, Pfarrer i.R.; Projektkoordinator „Das Westend kocht & Mehr“, München
Stefan Blumtritt, Oberkirchenrat und Leiter der Abteilung Kirche und Gesellschaft im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, München
Nina Faltermayr, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät für Sozialwissenschaften der Hochschule München
Fritz Graßmann, Vorsitzender des Diakonischen Rates Bayern, Theologischer Vorstand des Diakonischen Werks Augsburg
Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Wiss. Direktor des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) an der Ruhr-Universität Bochum
Cornelia Hufeisen, Dipl.-Kulturwirtin, Interkulturelle Trainerin, Koordinatorin des Projekts „Willkommen in der Nachbarschaft – Willkommenscafé und mehr“, Fürth
Götz Kanzleiter, Diakon, Referent für „Sozialer Wohnbau – Wohnraumversorgung – Quartier“, Projektleiter „Aufbruch Quartier/Wohnen“ im Diakonischen Werk Württemberg, Ostelsheim
Dipl.-Ing. Ulrike Klar, Architektin, Stadtdirektorin im Referat für Stadtplanung und Bauordnung Hauptabteilung Stadtsanierung und Wohnungsbau der Landeshauptstadt München
Prof. Dr. Sigrid Mairhofer, Projektleitung Algele Qua – Altersgerecht und gesund leben im Quartier; Professorin für Gemeinwesen- und Organisationsentwicklung an der Hochschule München
Dr. Hendrik Meyer-Magister, ehemals Studienleiter und stellvertretender Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing; Rektor des Theologischen Studienseminars der VELKD (Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands), Pullach
Ulrike Lorentz, geschäftsführende Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Holzkirchen
Dr. Sylvia Pintarits, Leitung Stabsstelle Europa und Internationales im Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München; Projektkoordination Creating NEBourhoods Together München-Neuperlach
Dr. Irmhild Saake, Akademische Oberrätin am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Haci Halil Uslucan, Professor für Moderne Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen
PD Dr. Astrid Utler, Psychologin, Kulturwissenschaftlerin, Interkulturelle Beraterin, Integrationssexpertin; Akademische Oberrätin (a.Z.) am Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Bayreuth, fachliche Leitung der Projekte TAFF und RMC.net der Diakonie Bayern, Bayreuth
Tina Zoch, Soziologin, Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH, München

Preise & Infos

TAGUNGSLEITUNG
Frank Kittelberger, Bettina Naumann, Sabine Claaßen, Barbara Tappe, Lisa Scholz

ORGANISATION & INFORMATION
Cornelia Spehr, E-Mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de; Tel. 08158 251-126. Ihre Anfragen zu der Veranstaltung erreichen uns in der Zeit von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Anmeldung
Ihre Anmeldung erbitten wir über das Online-Formular auf unserer Homepage. Sie wird von uns bestätigt, ist verbindlich und Voraussetzung für die Teilnahme. Anmeldeschluss ist der 20. März 2026.
Abmeldung
Sollten Sie an der Teilnahme verhindert sein, bitten wir bis spätestens 20. März 2026 um entsprechende schriftliche Benachrichtigung. Unsere Stornobedingungen entnehmen Sie unserer Homepage.
Preise pro Person für die gesamte Veranstaltungsdauer (in Euro):
 
Vortragsgebühr 35.00
(zzgl. Kaffee/Tee/Kuchen auch bei Teilnahme ohne Verpflegung)  
Vollpension  
– im Einzelzimmer 118.50
– im Zweibettzimmer 96.50
– im Zweibettzimmer als EZ 130.50
Verpflegung (ohne Übernachtung/Frühstück) 50.00
Wir bitten um Begleichung bei Anreise durch Barzahlung oder EC-Karte.
Bestellte und nicht in Anspruch genommene Einzelleistungen können nicht rückvergütet werden.
Die Tagung wird zu einem erheblichen Teil aus Kirchensteuermitteln finanziert.
Stipendien
Der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing fördert junge Menschen mit wenig Geld durch Bildungsstipendien, die eine kostenlose Teilnahme ermöglichen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der zuständigen Studienleitung.
Preisnachlass
Auszubildende, Schüler:innen, Student:innen (bis zum 30. Lebensjahr) und Arbeitsuchende erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent. Journalist:innen
wird der Teilnahmebeitrag erlassen, wenn ein aktueller Presseausweis einer ausstellungsberechtigten Organisation zusammen mit dem Auftrag zur Berichterstattung vorliegt. Eine Kopie Ihres Ausweises schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung zu.
Weitere Informationen zu Schlosseuro / Datenschutz / AGB / E-Mobilität und umweltfreundlicher Anreise finden Sie unter dem Titel der Tagung auf unserer Homepage: www.ev-akademie-tutzing.de
Veranstaltungsnummer: 0422026
Bildnachweis: Adobe Stock
Kontakt

Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de

Stiftung Schloss Tutzing / Schlosseuro

Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles „Schloss und Park Tutzing“ Sorge zu tragen. Mit dem Schlosseuro (bereits in der Vortragsgebühr enthalten) unterstützen Sie deren Projekte. Möchten Sie der Stiftung darüber hinaus einen Betrag zukommen lassen, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Ort & Anreise

Evangelische Akademie Tutzing

Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S-Bahn S6 bis Endstation Tutzing oder Regionalbahn in Richtung Garmisch bzw. Kochel. Fußweg vom Bahnhof zur Akademie: ca. 10 Minuten – Bahnhofstraße, Hallberger Allee, Hauptstraße, Schlossstraße.

Mit dem Pkw
Von München auf der A95 in Richtung Garmisch bis zur Abzweigung Starnberg, von Starnberg auf der B2 bis Traubing, danach Abzweigung links nach Tutzing.

E-Mobilität
Die E-Ladesäulen der Akademie befinden sich auf dem Parkplatz P2. Die Karten dafür erhalten Sie an der Rezeption.

Die Akademie verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Tagungsgäste, die zur Anreise öffentliche Verkehrsmittel benutzen und dieses durch Vorlage ihres Fahrscheins (Mindestbetrag: 60 €) an der Rezeption nachweisen können, erhalten auf den vollen (nicht ermäßigten) Tagungsbeitrag einen Preisnachlass.
Bitte beachten Sie abweichende Regelungen bei einzelnen Sonderveranstaltungen, z.B. Tagungen im Jungen Forum, Tages- und Abendveranstaltungen oder Konzerte!

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