Was heißt Innovation in der Bioökonomie? (Dialogreihe Innovation und Verantwortung)
04. – 05. Oktober 2020
TagungInhalt
WAS IST NACHHALTIGE INNOVATION?
Die Bioökonomie gilt als treibende Kraft für die Transformation eines Wirtschaftssystems, das fossile durch biogene Rohstoffe ersetzt. Damit verbindet sich die Vision einer Ökonomie, die sich am natürlichen Stoffkreislauf orientiert. Plastik aus Kartoffeln, Biosprit aus Abfall- und Reststoffen, Laborfleisch statt tierischer Nahrung sind nur einige Beispiele dafür, wie neue Technologien unsere Landwirtschaft, aber auch unseren Alltag revolutionieren könnten.
Die Ziele der Bioökonomie werden in der Bevölkerung zwar grundsätzlich anerkannt. Aber es ergeben sich zugleich Widersprüche und Widerstände gegen einen großangelegten Umbau der Natur. Dies zeigen aktuelle Umfrageergebnisse des TechnikRadar, das gemeinsam von acatech, der Körber-Stiftung und ZIRIUS/Universität Stuttgart im Mai 2020 vorgestellt wurde. So stößt zwar bei drei Viertel der Befragten die Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die Industrie auf Zustimmung. Zugleich sind aber zwei Drittel überzeugt, dass der Mensch die Natur respektieren muss und nicht das Recht hat, sie nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Wie passt das zusammen?
Will man die Bioökonomie umfassend verstehen und bewerten, dann sind weitere Gesichtspunkte über die ökonomischen Aspekte hinaus von Bedeutung. Wie lassen sich technische Innovation und Wettbewerb mit Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit vereinbaren? Hier gibt es unterschiedliche Ansätze: Eine Studie der EKD-Kammer für nachhaltige Entwicklung aus dem Jahre 2015 fordert von den Bürgern vor allem einen Wandel der Lebensformen unter dem Slogan „Weniger-anders-besser“: Ökologisch, saisonal und regional einkaufen und den Ideen von „Fair Trade“ und „Slow Food“ den Vorzug geben. Andere vertreten die These, dass ohne technischen Fortschritt, Wachstum und Verstädterung keine humane und ökologische Zukunft möglich ist. Ziel sei die Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch. Manche Anhänger der Bioökonomie wiederum argumentieren, dass nicht die Abkopplung von der Natur, sondern die technisch ermöglichte, bessere Einpassung der Wirtschaft in natürliche Kreisläufe und Organisationsprinzipien das Ziel sein müsse.
Zur Diskussion dieser Konzepte in der Dialogreihe „Innovation und Verantwortung“ sind alle Interessierten herzlich eingeladen!
Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Manfred Rauhmeier, Geschäftsführer acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Dr. Stephan Schleissing, Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München
Anreise ab 13.30 Uhr
13.30 Uhr
Imbiss
14.30 Uhr
Begrüßung & Einführung
Dr. Stephan Schleissing
&
PD Dr. Marc-Denis Weitze
15.00 Uhr
Innovationen in der Bioökonomie: Beispiele, Erfahrungen, Perspektiven
Dr. Jürgen Eck
16.30 Uhr
Kaffeepause
17.00 Uhr
Modellierung von Innovationsräumen und -prozessen zur Europäischen Biotechnologie
Prof. Dr. Detlef Bartsch
&
Dr. Julia von Thienen
18.30 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
TechnikRadar 2020: Was die Deutschen über die Bioökonomie denken
Dr. Jürgen Hampel
21.00 Uhr
Geselliger Ausklang in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Dr. Stephan Schleissing
Freier MitarbeiterReferierende
Referierende
Prof. Dr. Detlef Bartsch, Leiter der Abteilung Gentechnik, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Berlin
Dr. Juergen Eck, bio.IMPACT, Bensheim
Prof. em. Dr. Hans-Georg Frede, ehemaliger Leiter des Instituts für Landeskultur bzw. der Professur für Ressourcenmanagement, Justus-Liebig-Universität Gießen
Dr. Jürgen Hampel, Akademischer Mitarbeiter, Lehrstuhl für Technik- und Umweltsoziologie, Universität Stuttgart
Dr. Julia von Thienen, Senior Researcher, Hasso Plattner Institut, Universität Potsdam
Prof. Dr. Markus Vogt, Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de