Welche Militärtechnik braucht Europa (Dialogreihe)
27. – 28. Februar 2023
TagungInhalt
WELCHE MILITÄRTECHNIK BRAUCHT EUROPA?
Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, der am 24. Februar 2022 begann, hat den Bürgern Europas endgültig vor Augen geführt, dass sich die sicherheitspolitische Lage verändert hat. Es entstehen neue Bedrohungsszenarien, in denen auch die klassische Unterscheidung zwischen Krieg und Frieden immer schwieriger wird. Der „Strategische Kompass“ der Europäischen Union, der eine gemeinsame Vision für die Bemühungen der EU im Bereich Sicherheit und Verteidigung aufzeigen möchte, spricht von einer „Rückkehr der Machtpolitik in einer umstrittenen multipolaren Welt“ und fordert gemeinsames Handeln und europäische Investitionen in technische Ausrüstung und Infrastrukturen.
In Deutschland wurde Ende Februar 2022 ein verteidigungspolitischer Reformprozess angestoßen, der Bundeskanzler sprach von einer „Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents“. Dazu wurden 100 Milliarden Euro für neues Material und Ausrüstung der Bundeswehr bereitgestellt. Steigt Deutschland damit zu einem der größten militärischen Player in Europa auf? Und wie lässt sich das bewerten? Während die einen von einem Kurswechsel in der Sicherheitspolitik sprechen, wünschen sich andere mehr Tempo im angestoßenen Reformprozesses.
Klar ist: Das öffentliche Klima, in dem rüstungspolitische Alternativen und neueste militärische Techniken diskutiert werden, hat sich fundamental geändert. An die Stelle des lange Zeit populären Slogans „Ohne Rüstung leben“ ist die Formel „Über Rüstung reden“ getreten. Und auch in der evangelischen Friedensethik finden zu Fragen der militärischen Abschreckung lebhafte Debatten statt.
Den Bedeutungszuwachs fürs Militärische nehmen wir zum Anlass, um über die Rolle der Militärtechnik für eine europäische Sicherheitsarchitektur zu diskutieren: Vor welchen Herausforderungen stehen heute die Technikwissenschaften? Soll Forschung für militärische Zwecke an Hochschulen stattfinden? Welche Verteidigungsstrategie und Rüstungspolitik soll Europa verfolgen? Und welche Rolle spielen dabei Rüstungsindustrie und Konfliktforschung?
Zur Diskussion all dieser Fragen laden wir herzlich ein ins Schloss Tutzing!
Udo Hahn
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner
Präsident acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Dr. Stephan Schleissing
Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner
Präsident acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Dr. Stephan Schleissing
Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der LMU München
13.00 Uhr
Anreise und Imbiss
14.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Pfr. Udo Hahn
&
Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner
14.10 Uhr
Sicherheit und Resilienz: Herausforderungen für die Technikwissenschaften
Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner
Zeitenwende in der Sicherheitspolitik: Herausforderung für Verteidigungsstrategie und Rüstungspolitik in Europa
Dr. Pia Fuhrhop
15.30 Uhr
Kaffee, Tee & Kuchen
16.00 Uhr
Verteidigungsforschung und technologische Souveränität
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Beyerer
Ethische Herausforderungen digitalen Wandels in bewaffneten Konflikten
PD Dr. Hartwig von Schubert
17.15 Uhr
Von der Hidden Agenda zur Strategie.Sicherheitsforschung an einer besonderen Universität
Prof. Dr. Merith Niehuss
Kommentar: Prof. Dr. Manfred Hennecke
18.00 Uhr
Abendessen
19.30 Uhr
Forchung für militärische Zwecke? Zur Ethik sicherheitsrelevanter Forschung
Podiumsdiskussion mit
Dr. Therese Feiler
Prof. Dr. Friedrich Lohmann
Prof. Dr. Martin Schulte
Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh
Moderation:
Prof. Dr. Klaus Mainzer
anschließend: Geselliger Ausklang in den Salons des Schlosses
Veranstaltungsleitung
Dr. Stephan Schleissing
Freier MitarbeiterReferierende
REFERIERENDE
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Beyerer, Direktor Fraunhofer IOSB Karlsruhe und Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung VVS, Karlsruhe
Dr. Armin Brandstetter, Hensoldt AG, Sprecher des Konsortiums "Future Combat Mission System"
Prof. Dr. Michael Decker, Bereichsleiter „Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe
Dr. Therese Feiler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut TTN der LMU München
Dr. Pia Fuhrhop, Forschungsgruppe „Sicherheitspolitik“, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
Florian Keisinger, Campaign Director Future Combat Air System (FCAS), Airbus Defence and Space, Taufkirchen
Prof. Dr. Friedrich Lohmann, Professor für Evangelische Theologie mit dem Schwerpunkt Angewandte Ethik, Universität der Bundeswehr München
Prof. Dr. Klaus Mainzer, Wissenschaftsphilosoph (TU München), Sprecher des acatech-AK Grundfragen
Prof. Dr. Merith Niehuss, ehem. Präsidentin der Universität der Bundeswehr München
PD Dr. Hartwig von Schubert, Lehrbeauftragter am Institut für Systematische Theologie der Universität Hamburg, ehem. Evangelischer Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg
Prof. Dr. Martin Schulte, Professur für Öffentliches Recht unter besonderer Berücksichtigung von Umwelt- und Technikrecht, TU Dresden
Stefan Vollmer, Divisionsleiter Cyber- und Informationsraum, ESG Elektroniksystem-und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck
Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner, acatech Präsident, ehem. Vorsitzender DLR und ehem. Generaldirektor der europäischen Raumfahrtagentur (ESA), München
Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh, Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften, TU München
KOMMENTARE
Prof. Dr.-Ing. Udo Lindemann, TU München
Prof. Dr. Manfred Hennecke, ehem. Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin
Ort & Infos
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Kontakt
Cornelia Spehr
Telefon: 08158 / 251-126
Fax: 08158 / 99 64 0
spehr@eatutzing.de