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Podiumsdebatte Gerlinde Groitl und Roger de Weck Politischer Club März 2026info Icon© Haist / eat archiv

Aktuelles Bildergalerie: „USA und Deutschland – wie weiter?“

Hannah Ruopp, Dorothea Grass zeit info 20. Mai 2026

Bald ist es soweit: Am 4. Juli 2026 feiert die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika 250. Geburtstag. Die Bundesrepublik ihrerseits verließ sich seit ihren Anfängen auf die USA – bis Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde. Seitdem hat sich einiges verändert in den transatlantischen Beziehungen. In der Frühjahrstagung des Politischen Clubs sprachen wir darüber. Eindrücke in Bildern.

Wie geht‘s weiter im Wechselspiel zwischen den USA und Deutschland? Was wird aus der transatlantischen Beziehung zu einem Zeitpunkt, in dem sie im Kräftemessen mit Russland wichtiger ist denn je? Von Anfang an war die Bundesrepublik ein großangelegtes Projekt der Westbindung: Was wird daraus, wenn es „den Westen“ immer weniger gibt? Diese und viele weitere Fragen diskutierten wir in der Frühjahrstagung des Politischen Clubs vom 20.-22. März 2026.

Der ausführliche Tagungsbericht folgt.

Eindrücke der Tagung in Bildern

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Tim Guldimann (ganz rechts), politischer Podcaster, Botschafter der Schweiz a.D. in Berlin und Teheran (Interessenvertretung der USA im Iran), ehem. OSZE-Diplomat in Russland zusammen mit Christiane Hoffmann (Mitte), Schriftstellerin, stellv. Sprecherin der Bundesregierung a.D., Iran- und Russlandexpertin (Frankfurter Allgemeine, Der Spiegel). Die beiden sprachen unter dem Stichwort „Die neue Machtpolitik“ über den Iran, die Ukraine und wirtschaftliche Folgen.

Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Elisabeth Bronfen reflektierte deutsche und US-amerikanische Kultur und verglich Herrschende in Shakespeare-Romanen mit der Trump-Administration. Die US-Amerikanerin ist Autorin, ehemalige Professorin an der Universität Zürich und Global Distinguished Professor an der New York University.

Der Vortrag von Prof. Dr. Gerlinde Groitl von der Uni Regensburg, außerplanmäßige Professorin für Internationale Politik, Schwerpunkt USA und Sicherheitspolitik, stand unter der Überschrift: „Amerikanische und europäische Sicherheitspolitik“. Sie mahnte an, weniger an Donald Trump zu denken und forderte ein erstarktes Europa, das selbst Führung ausüben solle.

Andrew B. Denison, Direktor von Transatlantic Networks in Königswinter bei Bonn, äußerte sich zur Rolle Deutschlands. Er betonte die Bedeutung deutscher Stärke für Europa: „Ohne deutsche Stärke gibt es keine europäische Stärke.“

Unter der Überschrift „Berlin, Washington – einst die deutsche Frage, jetzt die amerikanische Frage?“ sprach Kai Whittaker, Mitglied des Deutschen Bundestags (CDU) aus Baden-Baden und Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA. Er schlug einen gemeinsamen EU-Handelsrahmen für Drittstaaten vor, der in einen Verteidigungsrahmen münden könnte.

Zur Erosion des US-Dollars und der US-Demokratie sprach Dr. Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Sie ist Senior Fellow und leitete ehemals die Forschungsgruppe Amerika (2019-2025).

 

Prof. Dr. Norbert Frei, Professor em. für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, schilderte den  Kraftakt der Westbindung und ging auf die Haltung Konrad Adenauers ein. Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sah die Europa-Bindung immer auch als möglichen Ersatz für die Westbindung.

Tagungsleiter Roger de Weck (im Bild) war via Online-Schalte mit Prof. Dr. Daniel Ziblatt, Direktor der Forschungsabteilung „Transformationen der Demokratie“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung in Berlin, verbunden. Er sprach unter anderem über „Democratic Backsliding“, die Schwächung demokratischer Institutionen in den USA. Hinsichtlich der Zukunft des Westens hielt er die Hoffnung hoch: noch gebe es gemeinsame Werte.

 

Um das Verhältnis zur Religion in den USA und Deutschland ging es im Vortrag von Dr. Roman Deininger, Politologe und Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung in München. Er sprach unter anderem davon, was passiert, wenn Religion nicht mehr Wertgrundlage ist, sondern zum bloßen Instrument wird.