Presse-Info Katerina Poladjan mit Kaschnitz-Literaturpreis geehrt
PressestelleDie Schriftstellerin hat am 31. Mai 2026 in einem Festakt den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing entgegengenommen. Laudator Joachim Sartorius: „Manchmal scheinen ihre Romane ein einziger großer Raum des Sehnens zu sein“.
Die deutsche Schriftstellerin Katerina Poladjan ist am Sonntag, 31. Mai 2026, mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung war eingebettet in eine Tagung zum literarischen Schaffen der Autorin: „Zukunftsmusik – Katerina Poladjans Erzählwelten“.
In der Begründung der Jury hieß es unter anderem: „Ihr 2025 erschienener Roman ‚Goldstrand‘ nimmt Bezug auf einen ehemaligen Sehnsuchtsort am Schwarzen Meer, überzeugt mit einer raffinierten Erzählweise und einer in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur einzigartigen Bildsprache. Katerina Poladjan schreibt aus dem eigenen Lebenserfahrungsschatz heraus und mittels einer an der Filmkunst geschulten Ästhetik des Schnitts und einer Erzählungsweise der extremen Verknappung. So entwirft sie ein breit gefächertes, europaoffenes Handlungsgeflecht voller Verluste und Aufbrüche in eine Gegenwart, in der Hoffnung und Utopie noch das Sagen haben.“
Die Laudatio auf Katerina Poladjan hielt der Lyriker, Jurist, Diplomat, Festspielintendant und Übersetzer Joachim Sartorius. Er sagte: „Ihre Sprache blitzt von poetischen Einfällen, von Bildern, die lange nachwirken und einen Hallraum entfalten.“ Poladjan habe einen „Sinn für leicht verrutschte, ins Absurde gleitende Dialoge.“ Zwischen den Figuren entstünden dadurch Ungewissheiten, Zärtlichkeiten und Geheimnisse.
Als zentrale Motive benannte Sartorius das Sehnen und die Sehnsucht, verbunden mit Erinnerungen und Zukunftsvisionen: „So viel Pendeln zwischen Utopie und Unglück im Werk von Katerina Poladjan. So viele Phantasmen. Manchmal scheinen ihre Romane ein einziger großer Raum des Sehnens zu sein. Dieses Sehnen ist auf die Zukunft gerichtet, schaut aber, auf Erinnerungen gestützt, auch zurück.“
Katerina Poladjan ging in ihrer Dankesrede auf die Kraft der Literatur ein: „Wie durchdringen wir den Lärm? Vielleicht mit Stille. Wie begegnen wir der Angst? Vielleicht, indem wir nach allen Regeln der Kunst den Teufel an die Wand malen. Dann können wir vielleicht manchmal die Welt aus den quietschenden Angeln heben.“
In seiner Begrüßung hatte Akademiedirektor Udo Hahn die historische Verbindung zu Marie Luise Kaschnitz aufgegriffen. Seit 1984 verleiht die Akademie den Literaturpreis, der nach Kaschnitz benannt wurde, an Literatinnen und Literaten für herausragende Leistungen, „die sich durch ihren Inhalt und ihre Sprachkraft auszeichnen“, so Hahn. Die Akademie wolle mit dem Preis „einen Beitrag leisten, kulturelle Vielfalt in unserem Land zu sichern.“ Hahn weiter: „Vielfalt ist auch ein Ausdruck von Freiheit. Und für Freiheit müssen wir uns gemeinsam stark machen. Kultur braucht Freiheit – mehr denn je.“ Auf diesen Freiraum zu bestehen sei das Lebenselixier einer Demokratie.
Den ausführlichen Bericht lesen Sie auf der Homepage der Akademie unter „Aktuelles“.