
Newsletter Oktober 2026
„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Das soll Heraklit schon vor zweieinhalbtausend Jahren gesagt haben. In unseren Tagen jedoch wandelt sich vieles in der Welt so rasch wie wohl noch nie seit Menschengedenken.
Sprach Goethe noch von „unglaublicher Schnelle“, wenn er mit sechs Kilometern pro Stunde in der Postkutsche unterwegs war, so galt die wenig später erfundene Eisenbahn vielen erst einmal als gefährliche Revolution.
Darauf wird heute oft verwiesen, wenn vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz gewarnt wird: Ach, das Neue war doch immer irgendwie erstmal unheimlich, faszinierend und dann so nützlich und bald unentbehrlich, heißt es dann. Ob das vergleichbar ist mit dem, was wir heute sehen? Oder sind Entwicklungen wie die der KI in ihrer Bedeutung für die Menschheit doch etwas kategorial anderes?
Der Klimawandel trifft Menschen weltweit auf verschiedenen Ebenen. Rollenbilder der Geschlechter und scheinbar unumstößliche Zugehörigkeiten werden kritisch infrage gestellt und geöffnet, was für viele eine Befreiung bedeutet, andere aber verunsichert.
Ein Wandel ist auch, dass sowohl der Frieden, den unser Land seit mehr als 80 Jahren genießt, als auch unsere Demokratie längst nicht mehr so selbstverständlich und stabil sind, wie es noch vor wenigen Jahren schien.
Eine jahrtausendealte Institution wie die Kirche gilt vielen zwar seit Jahrhunderten als „semper reformanda“, als ständig zu erneuern. Neben hoffnungsvollen Aufbrüchen zeugen andere Entwicklungen aber von Abbrüchen, sodass sich viele fragen, ob der Wandel in Erneuerung mündet oder sich in Abwicklungslogik erschöpft.
Was jetzt und immer für uns dran ist, das bringt das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ (EG 395) so wunderbar zum Ausdruck: „Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“
Zusammen mit Ihnen wollen wir in unserer Akademiearbeit die Herausforderungen unserer Zeit annehmen und aus verschiedenen Perspektiven reflektieren, um Zukunftsperspektiven zu gewinnen.
Ihr
Hans-Martin Gloël
Pfarrer, Studienleiter für Theologie, Interreligiösen Dialog, Gesellschaft und Politik







