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	<title>Evangelische Akademie Tutzing</title>
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	<title>Evangelische Akademie Tutzing</title>
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		<title>Tutzinger Rede: Jean Asselborn über die Zukunft des Westens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 08:36:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Asselborn]]></category>
		<category><![CDATA[Rotary Club Tutzing]]></category>
		<category><![CDATA[Tutzinger Rede]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über die Entwicklung und Zerbrechlichkeit der westlichen Wertegemeinschaft und deren Zukunft sprach Luxemburgs Außenminister a.D. Jean Asselborn am 3. März in der Evangelischen Akademie Tutzing. Seine Feststellung: Wir erleben eine Zeit der Willkür der Mächtigen, die alle in Gefahr bringt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/tutzinger-rede-jean-asselborn-ueber-die-zukunft-des-westens/">Tutzinger Rede: Jean Asselborn über die Zukunft des Westens</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über die Entwicklung und Zerbrechlichkeit der westlichen Wertegemeinschaft und deren Zukunft sprach Luxemburgs Außenminister a.D. Jean Asselborn am 3. März in der Evangelischen Akademie Tutzing. Seine Feststellung: Wir erleben eine Zeit der Willkür der Mächtigen, die alle in Gefahr bringt.  </strong></p>
<p><strong>→ <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CTwZ7EjN80k" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie die Rede von Jean Asselborn als Video abrufen.</a></strong></p>
<p>&#8222;Den Westen, wie wir ihn seit 1945 gekannt haben, diesen Westen gibt es so nicht mehr.&#8220; Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn kam in seiner Analyse auf grundlegende Herausforderungen zu sprechen, denen sich der Westen heute stellen muss – der einst Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbreitete. Asselborn hielt die 15. Tutzinger Rede – eine Kooperation zwischen der Evangelischen Akademie Tutzing und dem Rotary Club Tutzing.</p>
<p>Auf internationaler Ebene kritisierte er fehlenden Respekt vor Regeln, so etwa US-Präsident Donald Trump, der mit dem Völkerrecht breche und ein anderes Land militärisch angreife – ohne zuvor die Vereinten Nationen einbezogen zu haben. Die Bombardierung des Iran sei unumstritten völkerrechtswidrig. Nur selten würde durch militärische Interventionen, im Interesse des Volkes eines Landes, wieder Stabilität hergestellt. Asselborn sprach von einer Zeit der Willkür der Mächtigen, die alle in Gefahr bringe. Internationales Recht dürfe nicht relativiert werden. Asselborn verwies auf dessen Wirkung seit mehreren Jahrzehnten: &#8222;Es darf nicht weggeschmissen werden, was der Welt trotz aller Rückschläge in den letzten acht Jahrzehnten geholfen hat.&#8220;</p>
<p>Asselborn sprach über die Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und in welcher Weise das Friedensprojekt der Europäischen Union und ihre Werte heute gefordert werden. Er kam dabei auch auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den ungarischen Ministerpräsident Viktor Orbán, den Nahostkonflikt und amerikanischen Imperialismus zu sprechen. Dabei betonte Asselborn immer wieder die Bedeutung internationalen Rechts und einer geschlossenen Wertegemeinschaft.</p>
<p>Asselborn ging auch auf die Rede von US-Außenminister Marco Rubio bei der Münchener Sicherheitskonferenz im Februar 2026 ein. In den begeisterten Reaktionen auf die Rede erkannte Asselborn einen Ausdruck von Optimismus. Der zweite Teil der Rede jedoch, in dem Rubio von &#8222;Massenimmigration&#8220; und &#8222;Klimakult&#8220; sprach, sei ein Ausdruck der Abkehr von internationalem Recht gewesen.</p>
<p>Ein dysfunktionaler UN-Sicherheitsrat und der Rückzug der US-Amerikaner aus ihrer NATO-Führungsrolle, würden das Verhältnis der EU-Mitglieder zur USA verändern, so der frühere luxemburgische Außenminister. Die EU müsse sich die Frage nach der eigenen Verteidigungsfähigkeit stellen. Asselborn kam auf die Bedeutung atomarer Abschreckung für ganz Europa zu sprechen und auf die französische Atommacht. Es sei dringend geboten, sich zu den divergierenden deutschen und französischen Interessen sowie zur fehlenden Wettbewerbsfähigkeit der EU zusammenzusetzen und eine Lösung zu finden.</p>
<p>Asselborn zog den Schluss, dass zukünftige europäische Staatsoberhäupter sich nicht von außen eine Linie diktieren lassen dürften: weder von Trump, noch von Putin. Wenn dies geschehe, könne es &#8222;ans Eingemachte&#8220; gehen in der Europäischen Union.</p>

<p><em>Hannah Ruopp / dgr</em></p>
<p><strong>→<a href="https://www.youtube.com/watch?v=CTwZ7EjN80k" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Die Rede von Jean Asselborn ist auf dem YouTube-Kanal der Akademie als Video abrufbar.</a></strong></p>

<p><strong>Hinweis:</strong> Die Tutzinger Rede ist ein Format von Rotary und der Evangelischen Akademie Tutzing. Die Vortragsreihe setzt sich zum Ziel, Impulse zu geben, wie der einzelne Mensch angesichts einer Vielzahl komplexer Probleme Freiheit in Verantwortung leben kann. <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/die-zukunft-des-westens/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier</strong>.</a></p>


<p><strong>Bild:</strong> Der frühere luxemburgische Außenminister Jean Asselborn bei der 15. Tutzinger Rede am 3. März 2026 <em>(Foto: Otter/eat archiv)</em></p>

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		<title>11. Tutzinger Lichterkette: Aufruf zur Verteidigung der Demokratie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 08:21:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Tutzinger Lichterkette]]></category>
		<category><![CDATA[Udo Hahn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Nur die Demokratie garantiert Vielfalt, dass sich Menschen in aller Freiheit in Vereinen, Kirchen, Verbänden, Parteien, Bürgerinitiativen engagieren können", sagte Akademiedirektor Udo Hahn bei der Tutzinger Lichterkette am 27. Februar 2026.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/11-tutzinger-lichterkette-aufruf-zur-verteidigung-der-demokratie/">11. Tutzinger Lichterkette: Aufruf zur Verteidigung der Demokratie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Nur die Demokratie garantiert Vielfalt, dass sich Menschen in aller Freiheit in Vereinen, Kirchen, Verbänden, Parteien, Bürgerinitiativen engagieren können&#8220;, sagte Akademiedirektor Udo Hahn bei der Tutzinger Lichterkette am 27. Februar 2026.</strong></p>
<p>→ <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/wp-content/uploads/2026/03/Tutzinger-Lichterkette-2026_Udo-Hahn.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Redemanuskript von Akademiedirektor Hahn hier abrufen</a></p>
<p class="md-headline">Für Frieden, Freiheit, Glaube, Toleranz und Miteinander hat sich der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, Udo Hahn, bei der 11. Tutzinger Lichterkette am 27. Februar 2026 ausgesprochen. In seiner Rede sagte er, dass die meisten Menschen diese Grundsätze als selbstverständlich empfänden. &#8222;In diesem Rahmen lässt es sich gut leben. Jeder und jede kann ihn mitgestalten.&#8220; Ganz anders sei das in der Zeit der Diktatur des Nationalsozialismus gewesen. Die Nationalsozialistische Partei habe Politik und Kultur sowie das öffentliche Leben gleichgeschaltet. Eine Zivilgesellschaft habe es in der Form nicht gegeben.</p>
<p>&#8222;Nur die Demokratie garantiert Vielfalt, dass sich Menschen in aller Freiheit in Vereinen, Kirchen, Verbänden, Parteien, Bürgerinitiativen engagieren können&#8220;, sagte Hahn. Nur so könne man mitreden, wenn es darum gehe, &#8222;gemeinsam die Herausforderungen des Zusammenlebens am Wohnort zu meistern, Lösungen zu entwickeln und nächste Schritte auszuprobieren&#8220;. Dabei sei die Demokratie verbesserungsbedürftig und verbesserungsfähig. &#8222;Es ist die einzige Staatsform, die Bürgerinnen und Bürgern uneingeschränkt ermöglicht, an ihrer Verbesserung mitzuwirken.&#8220;</p>
<p><strong>Aufruf zum Wählen</strong></p>
<p>Die Demokratie sei es wert, verteidigt zu werden, so Hahn. Dies geschehe über Veranstaltungsformate wie die Lichterkette genauso wie über die Kommunalwahl am 8. März. &#8222;Mit unserem Engagement als Bürgerinnen und Bürger, als Menschen, die an diesem Ort zusammenleben, entscheiden wir, wie stark unsere Demokratie ist.&#8220; In diesem Zusammenhang setzte sich der Akademiedirektor auch für mehr Integrationsangebote wie Sprachkurse ein.</p>
<p>Unter dem Motto &#8222;Light up!&#8220; fand am Freitag die 11. Tutzinger Lichterkette mit einem neuen Konzept statt. So gab es in diesem Jahr nicht nur Lichter, Feuerschalen und Essensstände auf der Rathauswiese. Bürgerinnen und Bürger waren auch aufgerufen, ihre Häuser und Fenster mit Lichtern und Botschaften zu schmücken. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Pfarrei St. Joseph Tutzing, der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Tutzing und der Gemeindeverwaltung Tutzing organisiert.</p>
<p class="md-footer"><em>Erstellt unter Verwendung von Material des Evangelischen Pressedienstes (epd)</em></p>
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		<title>Vergesellschaftung: Eine vergessene Option im Grundgesetz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[makkuz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 13:27:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog-Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach Artikel 15 des Grundgesetzes ist es möglich, „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel“ in Gemeineigentum zu überführen. Der Paragraph existiert seit 1949 und wurde bis heute nie angewendet. Angesichts der gegenwärtigen Verwerfungen auf den Wohnungsmärkten – und nicht nur dort – stellt Niklas Angebauer von der Universität Oldenburg die Frage, ob jetzt die Zeit gekommen ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach Artikel 15 des Grundgesetzes ist es möglich, „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel“ in Gemeineigentum zu überführen. Der Paragraph existiert seit 1949 und wurde bis heute nie angewendet. Angesichts der gegenwärtigen Verwerfungen auf den Wohnungsmärkten – und nicht nur dort – stellt Niklas Angebauer von der Universität Oldenburg die Frage, ob jetzt die Zeit gekommen ist.</strong></p>
<p><em>Von Niklas Angebauer</em></p>
<p>Ob in München, Berlin, oder Leipzig: Wer dieser Tage in einer deutschen Großstadt nach einer bezahlbaren Wohnung sucht, lernt schnell, was Knappheit bedeutet – sei es in Form von Mietpreisen, die ein Drittel und mehr des Einkommens verschlingen; von Verdrängung aus angestammten Vierteln; oder von Wartelisten für Sozialwohnungen, die in Jahren gemessen werden. Was viele zunächst als persönliches Schicksal erleben, ist Ausdruck eines systemischen Problems: Der Wohnungsmarkt, in weiten Teilen privatisiert und renditeorientiert, versagt bei seiner gesellschaftlichen Aufgabe.</p>
<p>Wenn weder die Privatwirtschaft noch die bisherigen Versuche staatlicher Regulierung die Wohnungskrise in den Griff bekommen haben – welche Alternativen verbleiben dann? Eine Option, die in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt, ist die Vergesellschaftung. Dieser Begriff löst vielerorts Beißreflexe aus und weckt bis heute immer wieder Assoziationen an willkürliche Enteignungen, träge Staatsapparate und mangelnden Realitätssinn. Dabei handelt es sich nicht um eine utopische Tagträumerei, sondern um einen festen Bestandteil des deutschen Grundgesetzes, der seinerzeit aus guten Gründen und mit breitem politischem Konsens dort verankert wurde. Es lohnt sich daher, den Begriff einmal nüchtern in den Blick zu nehmen. Wenn die ungebremste Privatisierung von Infrastrukturen wie Wohnraum Teil des Problems ist – könnte deren Vergesellschaftung dann vielleicht zu einem Teil der Lösung werden?</p>
<p><strong>Eine Idee mit Verfassungsrang – besonders in Bayern</strong></p>
<p>Wer erstmalig Artikel 15 des Grundgesetzes liest, traut seinen Augen kaum: „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel“, so heißt es dort, „können zum Zwecke der Vergesellschaftung [&#8230;] in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft übergeführt werden.“ Der Paragraph existiert seit 1949 und wurde bis heute nie angewendet – aber eben auch nie abgeschafft. Er ist kein sozialistischer Fremdkörper in der Verfassung, sondern Ausdruck eines breiten gesellschaftlichen Kompromisses der (west-)deutschen Nachkriegsgesellschaft: Auch die CDU – die in ihrem Ahlener Programm von 1947 selbst die Vergesellschaftung des Bergbaus gefordert hatte – stimmte ihm seinerzeit bereitwillig zu.</p>
<p>Die Wurzeln des Begriffs reichen indes weiter zurück und lassen sich bis in die intensiven Sozialisierungsdebatten nach dem Ersten Weltkrieg verfolgen – und zwar insbesondere nach Bayern. Der Nationalökonom Otto Neurath etwa gründete 1919 während der Münchner Räterepublik das „Amt für zentrale Wirtschaftsplanung“ und arbeitete konzentriert daran, die Vergesellschaftung umzusetzen. Ausgerechnet Bayern kann also in Sachen Vergesellschaftung als Vorreiter gelten – nirgendwo sonst in Deutschland war sie bereits gelebte Regierungspraxis, wenn auch nur für wenige Wochen.</p>
<p>Die breit geführten Sozialisierungsdebatten fanden 1949 schließlich Eingang ins Grundgesetz – und bereits 1946 in die Bayerische Verfassung, die bis heute einen bemerkenswert klaren Auftrag formuliert: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl“ (Art. 151 BV). Und Artikel 160 sieht vor, dass zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge „in der Regel“ in öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand liegen sollen. Dass diese und ähnliche Bestimmungen auf Drängen der US-Militärregierung abgemildert wurden, gehört zu den weniger erzählten Kapiteln bayerischer Nachkriegsgeschichte. Aber die Idee war in der Welt – sie wurde begrenzt, nicht begraben.</p>
<p><strong> </strong><strong>Vergesellschaftung als Demokratisierung</strong></p>
<p>Was aber genau bedeutet Vergesellschaftung? Zunächst einmal darf sie nicht mit <em>Verstaatlichung</em> verwechselt werden. Schon Karl Korsch, der 1919 als Assistent der Berliner Sozialisierungskommission arbeitete, formulierte es deutlich: Während die Verstaatlichung bloß eine Überführung wirtschaftlicher Sektoren „in die Machtsphäre der öffentlichen Organe“ bedeutet, sei es das eigentliche Ziel der Vergesellschaftung, „das Wirtschaftsleben unter die Kontrolle der Allgemeinheit zu stellen“. Vergesellschaftung bezeichnet also weit mehr als nur einen Eigentümerwechsel; vielmehr erhebt sie die Forderung, zentrale Bereiche des ökonomischen Lebens zu demokratisieren. Nicht eine anonyme Bürokratie, sondern die Mitglieder einer Gesellschaft selbst sollen über ihre Lebensbedingungen verfügen können – das ist das eigentliche Versprechen der Vergesellschaftung.</p>
<p>Auf geradezu mustergültige Weise zeigt sich das beim Berliner Volksbegehren „Deutsche Wohnen &amp; Co. enteignen“ (DWE). Der Volksentscheid von 2021, bei dem rund 59 Prozent der Berliner Wählerinnen und Wähler für die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen stimmten, zielte gerade nicht darauf ab, deren Wohnungsbestände einer staatlichen Behörde zu unterwerfen.  Das DWE-Modell sieht vielmehr eine unabhängige „Anstalt öffentlichen Rechts“ vor, die demokratisch durch Mieterinnen und Mieter und andere Statusgruppen verwaltet wird. Das erklärt auch, warum die geradezu reflexhaft vorgebrachte Kritik, eine Vergesellschaftung schaffe „keine einzige neue Wohnung“, zweifellos zutrifft – aber an der Sache vorbeigeht. Es geht zunächst vor allem darum, die Nutzung von bereits bestehendem Wohnraum neu auszurichten: Nicht mehr „Wie viel Rendite lässt sich aus einer Wohnung holen?“, sondern „Welche Eigentums- und Governance-Strukturen sichern langfristig ein gutes Leben in der Stadt?“ Was eine solche Neuausrichtung allein schon für die Höhe der Mieten bedeuten könnte, lässt sich recht konkret beziffern: So konnten einer Recherche der Bürgerbewegung Finanzwende e.V. zufolge finanzialisierte Wohnungskonzerne zuletzt im Schnitt rund 40 Prozent ihrer Mieteinnahmen als Gewinn abschöpfen – nach Abzug aller Bewirtschaftungs- und Finanzierungskosten.</p>
<p>Nachdem der Berliner Senat die Umsetzung des Volksentscheides verschleppt, ja, regelrecht verweigert hat, hat die Kampagne zuletzt nachgelegt und einen umfassenden Gesetzesentwurf zur Vergesellschaftung vorgestellt, immerhin den ersten seiner Art in Deutschland. Neben einer klaren Schwelle – erfasst werden Unternehmen ab 3.000 Wohnungen – enthält dieser auch konkrete Vorschläge zu einer fairen Entschädigung, die sich an der Eigenleistung der Immobilienkonzerne orientiert. Der Ausgang ist offen.</p>
<p><strong>Infrastrukturen als Schlüssel</strong></p>
<p>Während historische Sozialisierungsdebatten primär auf die Produktivwirtschaft wie den Bergbau oder die Stahl- und Schwerindustrie fokussierten, hat sich der Schwerpunkt heute verschoben: Mittlerweile verlaufen die zentralen gesellschaftlichen Konflikte (zumindest hierzulande) weniger um Fabriken und Rohstoffe als vielmehr um Infrastrukturen der Reproduktion wie Wohnen, Energie, Wasser, Pflege oder digitale Kommunikation.</p>
<p>Die Frage nach Vergesellschaftung stellt sich daher heute vor allem als Infrastrukturfrage. So hat etwa Paris seine Wasserversorgung 2010 rekommunalisiert und konnte in der Folge die Preise spürbar senken – zum ersten Mal seit 25 Jahren. In mehreren europäischen Städten, darunter Barcelona und Amsterdam, laufen ähnliche Prozesse. Was dort als pragmatische Antwort auf Marktversagen gesehen wird, gilt im deutschen Diskurs vielerorts noch immer als Tabuthema.</p>
<p>Dabei ist die eigentliche Frage keine ideologische, sondern eine strukturelle: Sollen Infrastrukturen, von denen alle abhängen, nach dem Prinzip der Renditeoptimierung organisiert werden – oder nach dem Prinzip des Gemeinwohls? Das Grundgesetz hat diese Frage bewusst offengelassen. Sicherlich ist die Vergesellschaftung weder Allheilmittel noch Selbstzweck. Und doch wartet mit Artikel 15 unseres Grundgesetzes ein mächtiges politisches Instrument seit 75 Jahren geduldig auf seinen ersten Einsatz. Angesichts der gegenwärtigen Verwerfungen auf den Wohnungsmärkten – und nicht nur dort – muss die Frage erlaubt sein: Wie lange noch?</p>

<p><strong>Über den Autor:<br />
</strong>Niklas Angebauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozial-, Rechts- und politischen Philosophie. Nach einem Studium in Essex (UK) und Magdeburg folgten Forschungsaufenthalte am Kolleg Friedrich Nietzsche (Weimar) und dem Max-Weber-Kolleg (Erfurt). In seinem Promotionsprojekt unternimmt er den Versuch, das Eigentum als Gegenstand einer Sozialphilosophie der Gegenwart zurückzugewinnen.</p>
<p><strong>Hinweis:<br />
</strong><strong>Vom 15.-17. Mai 2026 lädt die Evangelische Akademie Tutzing ein zur Tagung „Vergesellschaftung“.  <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/vergesellschaftung/" target="_blank" rel="noopener">Weitere Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung finden Sie</a> <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/vergesellschaftung/">hier</a>.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/vergesellschaftung-eine-vergessene-option-im-grundgesetz/">Vergesellschaftung: Eine vergessene Option im Grundgesetz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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		<title>Worte, die die Seele streicheln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2026 11:38:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Gerhardt]]></category>
		<category><![CDATA[Udo Hahn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er gilt neben Martin Luther als der bedeutendste evangelische Liederdichter: Paul Gerhardt (1607-1676). Am 27. Mai jährt sich sein Todestag zum 350. Mal. Mehr als 130 Texte stammen aus seiner Feder. Sie finden sich im Evangelischen Gesangbuch und im katholischen Gotteslob. Akademiedirektor Pfr. Udo Hahn hat die wichtigsten für ein Brevier interpretiert, das durchs Jahr führt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/worte-die-die-seele-streicheln/">Worte, die die Seele streicheln</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er gilt neben Martin Luther als der bedeutendste evangelische Liederdichter: Paul Gerhardt (1607-1676). Am 27. Mai jährt sich sein Todestag zum 350. Mal. Mehr als 130 Texte stammen aus seiner Feder. Sie finden sich im Evangelischen Gesangbuch und im katholischen Gotteslob. Akademiedirektor Pfr. Udo Hahn hat die wichtigsten für ein Brevier interpretiert, das durchs Jahr führt.</strong></p>

<p><strong>Evangelische Akademie Tutzing: Am 27. Mai ist es 350 Jahre her, dass Paul Gerhardt gestorben ist. Was macht die Bedeutung Paul Gerhardts bis heute aus?</strong></p>
<p>Udo Hahn: Die poetische Qualität seiner Texte. Eingängige Reime in einer Sprache, die jeder versteht. Paul Gerhardt findet Worte, die die Seele streicheln. Mit ihm kann man in den Tag starten und ihn beenden. Er begleitet einen durchs Kirchenjahr. Seine Lieder trösten in tiefster Verzweiflung und Glücksgefühle lassen sich mit seinen Texten noch steigern. Er ist Naturbeobachter, Theologe, Philosoph und Psychologe. Johann Crüger und Johann Ebeling, aber auch Johann Sebastian Bach komponierten eingängige Melodien zu seinen Liedern.</p>
<p><strong>Paul Gerhardts Leben war vom 30-jährigen Krieg geprägt und den daraus resultierenden Erfahrungen von Leid und Entbehrung. Viele seiner Lieder sind von Trost und Zuversicht geprägt. Woher kommt das?</strong></p>
<p>Wenn ich seine Lieder singe oder bete, frage ich mich das auch immer wieder. Wie ein Mensch mit so vielen auch persönlichen Leiderfahrungen und Enttäuschungen ein im Kern zuversichtlicher Mensch bleiben konnte.</p>
<p>Paul Gerhardt dichtet seine Text vor dem Hintergrund der Bibel, speziell auch der Psalmen. In den Psalmen ist alles zu finden, was das Leben mit sich bringt, was es bedroht und schön macht, wie man sich von Gott verlassen und zugleich in ihm geborgen fühlen kann. Dass das, was wir vorfinden und erleben, nicht das Letzte und Endgültige ist – davon war Paul Gerhardt überzeugt. Und davon, dass sich buchstäblich alles ändern kann. Es ist seine persönliche Glaubensgewissheit, dass die Welt der Möglichkeitsraum Gottes ist und bleibt. Das hat, so deute ich seine Lieder, ihm Mut gemacht und Zuversicht gegeben – inmitten und trotz aller Zweifel und Verzweiflung.</p>
<p><strong>Sie haben seine Lieder schon zu seinem 400. Geburtstag im Jahre 2007 interpretiert. Ihr Buch erscheint jetzt in einer fast völligen Neubearbeitung. Warum haben Sie Ihre Auslegungen noch einmal neu formuliert?</strong></p>
<p>Generell ist die Interpretation von Texten immer zeitgebunden. Dabei stellt sich die Frage, wie aktuelle Ereignisse und persönliche Umstände, Empfindungen und Haltungen durch Texte früherer Zeiten eingeordnet werden können, so dass ich in ihrem Lichte Orientierung für die Gegenwart gewinnen kann.</p>
<p>Die Welt des Jahres 2006, in dem ich das Manuskript schrieb, war eine andere als heute. Die Aktualität muss in einer Auslegung aufgenommen werden, um Leserinnen und Leser 2026 anzusprechen. Biblische und anderer geistliche Texte sind für sich genommen zeitlos, weil sie Themen aufgreifen, die Menschen zu allen Zeiten beschäftigten. Wenn es etwa um menschliche Hybris geht, rücksichtloses Herrschen Mächtiger, um Verantwortung, Schuld, Vergebung, Versöhnung, Liebe, Freundschaft, um leidvolle Erfahrungen, die einen treffen können, und wie man in allem ein zuversichtlicher Mensch bleiben kann.</p>
<p><strong>Haben Sie ein Lieblingslied aus der Sammlung von Paul Gerhardt?</strong></p>
<p>Das hängt davon ab, in welcher Zeit des Jahres ich mich befinde, vor allem aber auch, wie ich mich gerade fühle. Ich will Ihrer Frage aber nicht ausweichen. Wenn ich mich für ein Lied entscheiden muss, dann ist es &#8222;Befiehl du deine Wege&#8220;. Mir scheint, dieses Lied enthält die Quintessenz der Lebens- und Glaubenserfahrungen Paul Gerhardts. Unabhängig von allem, was ich tun will, kann und meine, tun zu müssen, kann ich selbst nicht garantieren, dass gelingt, was ich vorhabe. Im Vaterunser betet Jesus: &#8222;Dein Wille geschehe.&#8220; Im Lichte des Glaubens ist genau das die entscheidende Perspektive, was Gott will – für mich. In allem geht es darum, sein Vertrauen allein auf Gott zu setzen. Seine Möglichkeiten bleiben unbegrenzt. Das möchte ich – mit Paul Gerhardt – gerne glauben. Das hat etwas Tröstliches und Ermutigendes.</p>


<p><em>Die Fragen stellte Dorothea Grass.</em></p>


<p>Hinweis:</p>
<p>Der Band &#8222;Fröhlich soll mein Herze springen. Das Paul-Gerhardt-Brevier&#8220; (2., überarbeitete und veränderte Auflage), ist in der Evangelischen Verlagsanstalt erschienen. Er umfasst 124 Seiten und kostet 18,00 Euro.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/worte-die-die-seele-streicheln/">Worte, die die Seele streicheln</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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		<title>&#8222;In Deutschland ist Alkohol definitiv zu billig&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2026 10:22:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[global]]></category>
		<category><![CDATA[weltweit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie es um die Gesundheit der Menschen weltweit steht, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Doch auch Prävention, militärische Konflikte, Klimawandel und multiresistente Erreger haben entscheidenden Einfluss darauf. Die beiden Mediziner Wolfgang Krahl und Timo Ulrichs über die Herausforderungen, vor denen sich die globale Gesundheit befindet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie es um die Gesundheit der Menschen weltweit steht, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Doch auch Prävention, militärische Konflikte, Klimawandel und multiresistente Erreger haben entscheidenden Einfluss darauf. Die beiden Mediziner Wolfgang Krahl und Timo Ulrichs sprechen in diesem Interview von den Herausforderungen, vor denen die globale Gesundheit steht – vor allem, nachdem die USA ihr USAID-Programm gestrichen haben.  </strong></p>

<p><strong>Evangelische Akademie Tutzing: Wie ist es um die aktuelle Weltgesundheit bestellt?</strong></p>
<p><strong>Timo Ulrichs:</strong> Es geht zwar aufwärts mit der Lebenserwartung weltweit und in der Bekämpfung von Krankheitslast. Aber es gibt auch viele Rückschläge: Die Coronapandemie hat viele Ressourcen gebunden, die bei anderen Programmen der WHO (World Health Organisation) fehlten. Der Rückzug der USA aus der globalen Krankheitsbekämpfung wird viele Menschen das Leben kosten. Und immer noch haben wir eine hohe Krankheitslast durch militärische Konflikte und zunehmend durch den Klimawandel. Hinzu kommt eine stetig steigende Bedrohung durch multiresistente Erreger.</p>
<p><strong>Wie sieht es hinsichtlich der gesundheitlichen Prävention aus?</strong></p>
<p><strong>Wolfgang Krahl:</strong> Eine erfolgreiche Prävention weltweit lässt zu wünschen übrig. So stellt zum Beispiel massives Übergewicht weltweit ein großes Problem dar, auch in Afrika, Asien und Lateinamerika. Daran haben große Lebensmittelkonzerne mit ihrem Ultraprocessed Food UPI (hoch verarbeiteten Lebensmitteln), einen großen Anteil. Denn es sind genau diese Lebensmittel, die zu einem Anstieg der so genannten NCDs <em>(non-communicable diseases)</em> führen, also nicht übertragbare, chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor allem die Zunahme des Alkoholkonsums in Afrika ist erschreckend – mit entsprechenden Folgen hinsichtlich Gewalt und Armut für die betroffenen Familien. Leider ist im WHO-Global Mental Health Report 2022 dieses Thema kaum im Blick. Auch hier ist Prävention gefragt, in Deutschland ist Alkohol definitiv zu billig. Darüber hinaus lässt weltweit auch die Versorgung der alten Menschen und Kinder zu wünschen übrig.</p>
<p><strong>Wer arm ist, hat weniger Chancen, gesund zu bleiben oder zu werden als jemand, der Geld hat. Gilt diese Beschreibung auch für Deutschland und Europa?</strong></p>
<p><strong>Timo Ulrichs:</strong> Ja. 1971 hat der walisische Allgemeinmediziner und Forscher Julian Tudor Hart die Annahme aufgestellt, dass die Gesundheitsversorgung dort am besten ist, wo sie am wenigsten benötigt wird. Das gilt leider auch heute noch: Wir haben ein hervorragendes Gesundheitssystem in Deutschland, aber eine verhältnismäßig kleine Krankheitslast. Länder in Subsahara-Afrika haben eine sehr viel höhere Krankheitslast, aber nur sehr rudimentäre Gesundheitssysteme. Dass Tudor Hart auch recht hat innerhalb Europas, Deutschlands, ja sogar in Städten wie Berlin, kann an einfachen Übersichten gezeigt werden.</p>
<p><strong>Wolfgang Krahl:</strong> Schon Prof. Rudolf Virchow hat vor etwa 150 Jahren die Wechselwirkung von Armut, Krankheit und Unterentwicklung erkannt und postulierte 1848 das Recht der Bürger auf ein gesundes Leben. Das Schlagwort &#8222;besser reich und gesund als arm und krank&#8220; stimmt voll und ganz. Wir sollten uns überlegen, statt von <em>Low Income Countries</em> von <em>Low Income Groups</em> zu sprechen, denn die Wohlhabenden haben auch in Afrika und Asien eine gute medizinische Versorgung. <em>Low Income Groups</em> gibt es auch in den OECD-Ländern. Häufig wird ihre Lage als prekär beschrieben.</p>
<p><strong>Weltweit werden die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsversorgung gekürzt. USAID, die größte und finanzstärkste Organisation weltweit, wurde im Sommer 2025 von der US-Administration aufgelöst. Die Folgen des Rückzugs sind dramatisch, nur ein Beispiel: Verhütungsmittel im Wert von fast zehn Millionen Dollar, die bereits in den Depots zur Auslieferung in Krisengebiete lagerten, aber auch tonnenweise Notfalllebensmittel für hungernde Menschen konnten nicht ausgeliefert werden. Bis 2030 ist so das Leben von Millionen Menschen weltweit auf unterschiedliche Weise bedroht. Andere Staaten ziehen nach. Auch Deutschland kürzt seinen Etat um acht Prozent. Was sind die gängigen Begründungen für diese Kürzungen?</strong></p>
<p><strong>Timo Ulrichs:</strong> Es gibt leider keine stichhaltigen Begründungen, außer den allgemeinen Sparmaßnahmen und der Notwendigkeit, in anderen Ressorts zu investieren. Eine Kürzung der Entwicklungszusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung wird sich auch negativ auf den Wohlstand und die Sicherheit in Deutschland und der EU auswirken.</p>
<p><strong>Wolfgang Krahl:</strong> Ein konkretes Beispiel: Ein PhD-Student der LMU München, der in Kamerun lebt, berichtete mir erst vor kurzem, dass mehr als 2000 Menschen, die im Gesundheitswesen in Kamerun arbeiten, aufgrund der Streichung von USAID ihren Job verloren haben. Die Versorgung von chronisch Kranken bricht dadurch zusammen – ganz gleich, ob es sich um HIV, Tuberkulose oder andere NCDs handelt.</p>
<p><strong>Parallel zu den Kürzungen gibt es viele Bereiche in der Weltgesundheit, die noch immer zu wenig beleuchtet werden: psychische Gesundheit, Frauengesundheit, Suchterkrankungen, Intelligenzentwicklung und vieles mehr. Das bedeutet, eigentlich bräuchte die Gesundheitsförderung doch starke Investitionen, oder nicht?</strong></p>
<p><strong>Timo Ulrichs:</strong> Jawohl. Und diese gesundheitlichen Herausforderungen lassen sich global nur gemeinsam in Angriff nehmen. Deshalb ist neben mehr Investitionen auch ein multilateraler Ansatz notwendig, also eine Stärkung der WHO. Und eine Förderung multilateraler Forschungsprojekte sowie der Translation in die Praxis.</p>
<p><strong>Wolfgang Krahl:</strong> Zahlreiche Länder unterzeichnen Resolutionen der WHO, die aber nicht in ihren Ländern umgesetzt werden. Die Versorgung mit Medikamenten wird von fast allen Regierungen versprochen, aber häufig nicht eingehalten.</p>
<p><strong>In einer Zeit, in der Demokratien weltweit bedroht oder auf dem Rückzug sind: Sehen Sie hier einen Zusammenhang zwischen politischer Atmosphäre und Weltgesundheit?</strong></p>
<p><strong>Timo Ulrichs:</strong> Wenn das Recht des Stärkeren gilt und die regelbasierte Ordnung nicht mehr respektiert wird, hat das auch unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit, besonders in ärmeren und unterprivilegierten Settings. Menschen, die Hilfe und Versorgung benötigen, erhalten sie nicht (mehr). Das lässt sich bereits heute weltweit beobachten, aber auch innerhalb der USA.</p>
<p><strong>Wolfgang Krahl:</strong> Eine Gesundheitsversorgung, die nur auf Profit aus ist, führt zu einer deutlich schlechteren Versorgung der meisten Kranken. In den USA ist durch Streichung von Lebensmittelhilfen für den ärmeren Teil der Bevölkerung ein Anstieg von Krankheiten und Krankenhauseinweisungen zu beobachten.</p>

<p><em>Interview: Dorothea Grass</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Zu den Interviewgästen:<br />
Dr. med. Dipl. Psych. Wolfgang Krahl</strong>, ist Psychiater undVorsitzender des Internationalen Netzwerks zur Entwicklungszusammenarbeit im Bereich psychische Gesundheit e.V. (i.nez). <strong>Prof. Dr. med. Dr. PH Timo Ulrichs</strong> ist Professor für Not- und Katastrophenhilfe und Lehrstuhlinhaber für globale Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften Berlin.</p>
<p><strong>HINWEIS</strong><br />
In Kooperation mit beiden – sowie mit <strong>Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl. Biol. Carsten Köhler</strong> (Kompetenzzentrum für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie am Universitätsklinikum Tübingen, Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) e.V.) – lädt die Evangelische Akademie Tutzing v<strong>om 6.-8. März zur Tagung &#8222;Zukunftsbilder Globaler Gesundheit&#8220;</strong> ein. <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/zukunftsbilder-globaler-gesundheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Alle Informationen zu Programm und Anmeldemodalitäten finden Sie hier.</strong></a></p>


<p><strong>Bild:</strong> <strong>Prof. Dr. med. Dr. PH Timo Ulrichs</strong> (links im Bild) und <strong>Dr. med. Dipl. Psych. Wolfgang Krahl</strong> (rechts im Bild) während der Tagung &#8222;Gesundheit global&#8220; im April 2024. In der Mitte der mittlerweile verstorbene <strong>Prof. Dr. med. Hans Jochen Diesfeld</strong> (früherer Professor für Tropenhygiene und öffentliches Gesundheitswesen am Institut für globale Gesundheit der Universität Heidelberg).<br />
<em>Foto: Meyer-Magister / eat archiv</em></p>


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		<title>&#8222;Leckerer, attraktiver und ansprechender&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 08:48:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Soziale Medien haben sich mittlerweile zu riesigen Datenbanken für Lebensmittel- und Kochkompetenz entwickelt", sagt die Ernährungswissenschaftlerin Eva-Maria Endres. Auch Apps, KI-Systeme und Smart-Technology-Methoden beeinflussen heutzutage unsere Ernährung und Alltagsgewohnheiten. Jedoch können digitale Möglichkeiten nicht alle Informationen erfassen, die die Essgewohnheiten von Menschen steuern.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hendrik Haase: Wie beeinflusst die dauerhafte digitale Sichtbarkeit von Essen unser Körpergefühl und unser Verhältnis zu?</strong></p>
<p><strong>Dr. Eva-Maria Endres:</strong> Auch wenn wir uns als rationale Wesen begreifen, wird Essverhalten überwiegend emotional und unbewusst gesteuert, z. B. durch Reize und Routinen. Die Auseinandersetzung mit Food-Content in digitalen Medien beeinflusst uns auf vielen Ebenen &#8211; auch wenn wir das bewusst nicht immer wahrnehmen.</p>
<p>Unser Gehirn kann beispielsweise noch nicht wirklich unterscheiden, ob es sich bei Essensbildern um richtiges Essen oder um ein Foto handelt. Wenn wir ein Bild von leckerer Pizza mit geschmolzenem Käse sehen, aktiviert das unser Gehirn und es simuliert, wie es wäre, diese Pizza zu essen. Meistens steuern wir kognitiv gegen diese Verführung. Aber trotzdem müssen wir jedes Mal mentale Energie aufwenden, um dem Reiz zu widerstehen. Außerdem haben Studien gezeigt, dass das nicht immer funktioniert. So kann Food Porn den Hunger und den Konsum von Lebensmitteln, die fett-, zucker- und kalorienreich sind, vergrößern.</p>
<p>Ein anderes Beispiel sind idealisierte Körperbilder, die einen schlanken Körper, glatte Haut oder definierte Muskeln propagieren. Auch hier belegt die Studienlage, dass Menschen, die sich solchen Inhalten aussetzen im Anschluss ein geringeres Selbstwertgefühl oder ein restriktiveres Essverhalten zeigen und ein höheres Risiko haben, eine Essstörung zu entwickeln.</p>
<p>Wir können davon ausgehen, dass mithilfe von KI diese Bilder – ob Food Porn oder Körperideale – noch leckerer, attraktiver und ansprechender aussehen werden und sich damit die Effekte verschärfen könnten.</p>
<p><strong>Wie verändert sich Food Literacy, also unsere Fähigkeit, Lebensmittel und Ernährungsinformationen zu verstehen, kritisch einzuordnen und im Alltag selbstbestimmt damit umzugehen, wenn Ernährungswissen zunehmend aus Social Media, Apps und KI-Systemen stammt?</strong></p>
<p>Ich finde es faszinierend, dass sich soziale Medien mittlerweile zu riesigen Datenbanken für Lebensmittel- und Kochkompetenz entwickelt haben. So kann man sich heute nahezu jedes Gericht selbst anlernen und mit etwas Zeit und Leidenschaft zum Profi für Sauerteig, pulled pork oder Mealprep werden. Das ist eine tolle Entwicklung. Gleichzeitig ist die Flut an Ernährungsinformationen ohne fachlichen Hintergrund schwer einzuordnen, was zu Verunsicherung oder radikalen Ernährungsweisen führen kann.</p>
<p>Auch eröffnen Apps, KI-Systeme oder Smart-Technologien Möglichkeiten, körperliche Prozesse besser zu beobachten und zu verstehen oder Alltagsroutinen gesünder und nachhaltiger zu gestalten. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass digitale Technologien viele wichtige Ernährungsinformationen nicht erfassen können – angefangen von Gerüchen und Geschmäckern über Hunger bis hin zu einem Bauchgrummeln. Diese Aspekte sind jedoch ganz zentral für unser Essverhalten, was digitale Tools fehlerhaft bei der Steuerung von Ernährung macht.</p>
<p>Zudem haben Menschen mit geringer <em>food literacy</em> oft auch eine geringe <em>digital literacy</em>, können also mit digitalen Medien weniger kompetent umgehen. Man spricht hier vom <em>Digital Divide</em> – eine Kluft zwischen Menschen mit hohem und Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status, die durch die Digitalisierung noch verstärkt wird.</p>
<p><strong>Wie verändert KI die Autorität im Ernährungsdiskurs, wenn nicht mehr nur Expert:innen sprechen, sondern auch &#8222;Maschinen&#8220; mitreden wollen? </strong></p>
<p>Das ist eine spannende Frage, denn diese Entwicklung könnte in zwei gegenläufige Richtungen gehen. Tatsächlich ist es ja so, dass der Ernährungsdiskurs heute im Wesentlichen von Laien und nur zu einem kleinen Anteil von Expert:innen geführt wird – insbesondere in sozialen Medien, aber auch in traditionellen Medien oder bei Google-Suchanfragen. Hier könnte KI dazu beitragen, dass Ernährungs- und Gesundheitsinformationen fundierter werden, wenn KI für Faktenchecks eingesetzt wird, für Suchanfragen gezielt Informationen aus validen Quellen verwendet werden oder KI für die Einhaltung von Gesetzen sorgt, zum Beispiel bei unrealistischen Werbeversprechen. Das hängt jedoch von der strategischen Ausrichtung der Plattformbetreiber ab.</p>
<p>Andererseits produzieren die &#8222;Maschinen&#8220; neuen Content – in riesigen Mengen und wesentlich schneller als Expert:innen. Somit nimmt die Informationsflut zu und es ist leichter, realistisch wirkende Falschinformationen zu veröffentlichen, die dann wieder überprüft und kontrolliert werden müssten. Bereits jetzt kursieren zahlreiche Deep Fakes von angesehenen Expert:innen, die falsche Ernährungsinformationen verbreiten. Diese müssen dann von den Betroffenen wieder mühsam berichtigt werden.</p>
<p>Aber auch Expert:innen selbst werden in ihrer Arbeit beeinflusst. So werden mehr Studien publiziert, mehr Förderanträge geschrieben und mehr Vorträge gehalten, wenn das alles mit Hilfe von KI teilgeneriert werden kann. Der Konkurrenz- und Zeitdruck steigt also, worunter fachliche Inhalte und wissenschaftliche Qualität potenziell leiden können.</p>

<p><em>Interview: Hendrik Haase</em></p>

<p><strong>Zur Person:</strong></p>
<p><strong>Dr. Eva-Maria Endres </strong>ist Ernährungswissenschaftlerin, Autorin und gefragte Expertin für die Digitalisierung unserer Esskultur. Ihr Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen Mensch, Medium und Lebensmittel: Sie analysiert, wie soziale Medien unser Verständnis von Gesundheit und Genuss prägen. Als Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Praxis berät sie Unternehmen in der Ernährungskommunikation und lehrt an verschiedenen Hochschulen, wie moderne Ernährungsbildung in einer vernetzten Welt funktioniert. Während der <strong>Tagung „Künstliche Kulinarische Intelligenz&#8220; vom 2.-3. März 2026 an der Evangelischen Akademie Tutzing</strong> spricht sie zur Kommunikation von Esskultur in Social Media.</p>
<p><strong><a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/kuenstliche-kulinarische-intelligenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alle Informationen zur Tagung finden Sie hier</a></strong></p>

<p><strong>Bild</strong>: Dr. Eva-Maria Endres <em>(Foto: Apek-Consult.de)</em></p>
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		<title>Bildergalerie: Irina Scherbakowa beim &#8222;Forum Demokratie&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2026 15:32:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Forum Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Preisverleihung zum Auftakt des neues Veranstaltungsangebots "Forum Demokratie". Am 11. Februar 2026 wurde Irina Scherbakowa, die Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", mit dem "Tutzinger Löwen" der Evangelischen Akademie Tutzing geehrt. Der Abend in Bildern.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/bildergalerie-irina-scherbakowa-beim-forum-demokratie/">Bildergalerie: Irina Scherbakowa beim &#8222;Forum Demokratie&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Preisverleihung zum Auftakt des neues Veranstaltungsangebots &#8222;Forum Demokratie&#8220;. Am 11. Februar 2026 wurde Irina Scherbakowa, die Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation &#8222;Memorial&#8220;, mit dem &#8222;Tutzinger Löwen&#8220; der Evangelischen Akademie Tutzing geehrt. Der Abend in Bildern.</strong></p>

<p><a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/tutzinger-loewe-fuer-menschenrechtlerin-scherbakowa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">→ Zum Bericht geht es hier</a>.</p>
<p><em>Fotos: Grass / eat archiv</em></p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Tutzinger Löwe&#8220; für Menschenrechtlerin Scherbakowa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2026 14:21:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Forum Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Irina Scherbakowa]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Tutzinger Löwe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Irina Scherbakowa sei "ein Vorbild für verantwortungsbewusstes und mutiges Engagement, das die Zivilgesellschaft fördert und die Demokratie stärkt". So heißt es in der Begründung des Preises, den die Evangelische Akademie Tutzing am Mittwoch unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Ilse Aigner an das Gründungsmitglied der russischen Organisation Memorial verlieh.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/tutzinger-loewe-fuer-menschenrechtlerin-scherbakowa/">&#8222;Tutzinger Löwe&#8220; für Menschenrechtlerin Scherbakowa</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Irina Scherbakowa sei &#8222;ein Vorbild für verantwortungsbewusstes und mutiges Engagement, das die Zivilgesellschaft fördert und die Demokratie stärkt&#8220;. So heißt es in der Begründung des Preises, den die Evangelische Akademie Tutzing am Mittwoch unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Ilse Aigner an das Gründungsmitglied der russischen Organisation Memorial verlieh.</strong></p>
<p><a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/bildergalerie-irina-scherbakowa-beim-forum-demokratie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">→ Zur Bildergalerie geht es hier.</a></p>
<p>Die russische Germanistin, Kulturwissenschaftlerin und Mitgründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial International zeigte sich am Mittwochabend in der Evangelischen Akademie Tutzing dankbar und bewegt. Irina Scherbakowa erhielt den &#8222;Tutzinger Löwen&#8220; für &#8222;ihren unermüdlichen Einsatz für eine Erinnerungskultur, die von Aufklärung, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Verteidigung der Freiheit geprägt&#8220; ist. In ihrer Rede erinnerte sie sich zunächst an ihren persönlichen Bezug zur Akademie: Hier hatte sie 1989 ihren ersten Vortrag in Deutschland gehalten – nur wenige Tage vor der Öffnung der Berliner Mauer, durch die der eiserne Vorhang Geschichte werden sollte.</p>
<p>Scherbakowa sprach in ihrem Vortrag über das ursprüngliche Kernanliegen ihrer Arbeit: die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit und der Geschichte der Repressionen unter dem Sowjetregime, die Einhaltung der Menschenrechte und die soziale Fürsorge für die Überlebenden der Gulags. Es ist eine Arbeit, die seit der Ära Putin und einer absurden Umdeutung und Umkehrung der Geschichte durch den russischen Präsidenten, sowohl für sie als auch ihre Kolleginnen und Kollegen von Memorial schwerwiegende Folgen hat. 2021 wurde die 1989 gegründete Menschenrechtsorganisation von der Regierung aufgelöst. Seit 2022 lebt Irina Scherbakowa im Exil und setzt von Deutschland aus ihre Arbeit fort. Sie zeigt sich beunruhigt angesichts der weltweit aktuellen Bedrohungen für die Demokratie, die mittlerweile nicht mehr nur alleine von Russland ausgehen.</p>
<p><strong>Forum Demokratie – ein neues Format</strong></p>
<p>Dass es notwendiger denn je ist, sich aktuell mit der Verfassung der Demokratie auseinanderzusetzen, ist auch der Bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner ein zentrales Anliegen. Aus diesem Grund hat Aigner die Schirmherrschaft für das &#8222;Forum Demokratie&#8220; übernommen. Das neue Veranstaltungsangebot der Evangelischen Akademie Tutzing feierte in der Verleihung des Tutzinger Löwen an Irina Scherbakowa seine Premiere. In diesem neuen Format wolle man entsprechende Themenangebote besonders hervorheben, sowohl in öffentlichen Tagungen als auch moderierten Abendgesprächen oder Online-Angeboten, so Akademiedirektor Udo Hahn.</p>
<p>Für Ilse Aigner zählt die Akademie seit vielen Jahren zu den herausragenden Denk- und Diskussionsorten in Bayern: &#8222;Ihre Veranstaltungen sind eine Plattform des Dialogs: zwischen Disziplinen, zwischen Generationen und zwischen Menschen.&#8220; Die Akademie gebe wichtige Impulse, die Wirkung entfalten: in der Politik, der Wirtschaft, in Kultur und Medien sowie in der Kirche.</p>
<p>Demokratie und Freiheit zu fördern seien die Leitmotive der Vordenkerinnen und Vordenker der Evangelischen Akademien in Deutschland gewesen, erläuterte Udo Hahn in seiner Rede. „Sie entwickelten diesen programmatischen Ansatz in der Zeit der Diktatur des Nationalsozialismus und setzten ihn unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs um. Entstanden sind Lernorte und Lebensschulen der Demokratie. Hier werden gesellschaftliche Probleme bearbeitet, zivilgesellschaftliche Akteure vernetzt.“ Darüber hinaus stünden Akademien für die öffentliche Verantwortung der Kirche. &#8222;In Zeiten polarisierter Diskurse sind sie Orte demokratischer Streitkultur, des ehrlichen Gesprächs und der Verständigung. Hier wird christliche Freiheit sichtbar, wie sie unser Landesbischof Christian Kopp definiert: &#8218;Christliche Freiheit heißt, in Beziehung zu leben, nicht in Angst – und täglich für Wahrheit, Dialog und Demokratie einzutreten.'&#8220;</p>
<p><strong>&#8222;Erinnerungskultur ist essenziell und existenziell für eine lebendige Demokratie&#8220;</strong></p>
<p>Die Landtagspräsidentin sieht aktuell eine &#8222;brandgefährliche Mixtur&#8220;. Sie beschreibt sie mit den Worten: &#8222;Die gefühlte Ohnmacht angesichts der weltpolitischen Unruhe und Unsicherheit einerseits und andererseits die untergrabene Autorität des Staates, seiner Institutionen und all derer, die sich für ihn einsetzen.&#8220; Dieses Gift werde von Populisten und Radikalen vor allem auf Social Media in hohen Dosen verabreicht und sei oft gesteuert und befeuert von autokratischen Regimen aus dem Ausland.</p>
<p>Irina Scherbakowa zeigte sich ernüchtert. Sie sagte: &#8222;Es ist noch nicht lange her, dass man in Europa dachte, es gäbe keinen anderen Weg als die Entwicklung der Demokratie, aber heute gibt es alle möglichen Anzeichen dafür, dass wir nicht von einer garantierten und vorbestimmten Demokratie sprechen können. Figuren, die über Systeme und Institutionen hinweg agieren, sind aufgetaucht und haben an Einfluss gewonnen.&#8220;</p>
<p>Putins Regime sei &#8222;gegen alle humanistischen Werte gerichtet, es ist infiziert mit Sexismus, Hass auf alles Fremde. Ein spezifischer Konservatismus, der sich in einem reaktionären Krieg gegen alles ausdrückt, was nicht traditionell und europäisch erscheint, vor allem liberal und demokratisch.&#8220;</p>
<p>Akademiedirektor Hahn beschrieb in seiner Begrüßungsrede die Erinnerungskultur als &#8222;essenziell und existenziell für eine lebendige Demokratie&#8220;. Sie leite aus vergangenem Geschehen die Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft ab, arbeite Unrecht auf und suche Gerechtigkeit für die Opfer. &#8222;Wo die Erinnerungskultur – wie in Russland und seit geraumer Zeit auch in Deutschland – immer wieder diskreditiert wird, ist die Demokratie gefährdet&#8220;, so Udo Hahn.</p>
<p>Der &#8222;Tutzinger Löwe&#8220; sei verbunden mit der Hoffnung darauf, dass der Mut von Irina Scherbakowa gewinnt, so Aigner und fügte hinzu: &#8222;Dass die Demokratie gewinnt, dass die Freiheit gewinnt.&#8220; Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen ermutigte sie dazu, aktiv an demokratischen Prozessen teilzuhaben: &#8222;Hören Sie zu! Reden Sie mit! Machen Sie zum Thema, was Sie bewegt! Das ist Meinungsfreiheit!&#8220;</p>

<p><em>Dorothea Grass</em></p>
<p><strong>Hinweise:</strong></p>
<ul>
<li>Das Video der Veranstaltung werden wir in Kürze auf dem <a href="https://www.youtube.com/@EATutzing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Kanal der Evangelischen Akademie Tutzing</a> teilen.</li>
<li>Die Rede von Akademiedirektor Udo Hahn <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/wp-content/uploads/2026/02/Forum-Demokratie-2026_Begruessung_Hahn_Redetext_Final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">können Sie hier abrufen</a>.</li>
<li>Die Rede der Bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner <a href="https://www.ev-akademie-tutzing.de/wp-content/uploads/2026/02/2026-02-11_Grusswort-LPin-Aigner_Forum-Demokratie-der-Evangelischen-Akademie-Tutzing.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">finden Sie hier</a>.</li>
</ul>


<p><strong>Bild:</strong> Dr. Irina Scherbakowa hält am 11. Februar 2026 im Musiksaal der Evangelischen Akademie Tutzing die Auszeichnung &#8222;Tutzinger Löwe&#8220; in den Händen.<em> (Foto: Grass/eat archiv)</em></p>

<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/tutzinger-loewe-fuer-menschenrechtlerin-scherbakowa/">&#8222;Tutzinger Löwe&#8220; für Menschenrechtlerin Scherbakowa</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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		<title>Esskultur im Zeitalter der KI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[makkuz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 11:44:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog-Beitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Esskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarik]]></category>
		<category><![CDATA[künstliche Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Künstliche Intelligenz prägt längst, was wir essen, kochen und für gesund halten. Algorithmen ordnen Wissen, Empfehlungen und Geschmack vom Acker bis zum Teller. Doch während KI in vielen Bereichen intensiv diskutiert wird, bleibt die Esskultur ein blinder Fleck. Warum das gefährlich ist und warum wir dringend darüber sprechen müssen.</p>
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		<title>Ein Abend über &#8222;Menomorphosen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[eat_grass]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 10:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Jule Ronstedt]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmitte]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[Menopause]]></category>
		<category><![CDATA[Wechseljahre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Ich bin mir selbst viel näher", resümiert Jule Ronstedt ihre persönliche Entwicklung in den Wechseljahren. Im Tutzinger Salon las sie am 22. Januar Geschichten über Frauen in der Lebensmitte und sprach darüber.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/ein-abend-ueber-menomorphosen/">Ein Abend über &#8222;Menomorphosen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin mir selbst viel näher&#8220;, resümiert Jule Ronstedt ihre persönliche Entwicklung in den Wechseljahren. Im Tutzinger Salon las sie am 22. Januar Geschichten über Frauen in der Lebensmitte und sprach darüber. </strong></p>
<p>&#8222;Ich hätte dieses Buch gerne mit 50 gelesen&#8220; habe ihre Mutter gesagt, als sie zum ersten Mal das Buch in den Händen hielt, das die Schauspielerin Jule Ronstedt im vergangenen Jahr unter dem Titel &#8222;Menomorphosen&#8220; herausgebracht hat. Es ist zugleich der Debütroman der Schauspielerin.</p>
<p>In 26 Kurzgeschichten lässt Jule Ronstedt ebensoviele Frauen in der Lebensmitte zu Wort kommen. Sie alle eint die Lebensphase, in der sie sich befinden: die Wechseljahre. Die Namen der Protagonistinnen gehen von A-Z, von Annabelle bis Zoe. Hinter jedem Namen verbirgt sich ein Thema, eine Stimmung oder Situation. Es geht um Frauen, die wütend sind, die sich trösten, die verlassen wurden, in einen neuen Lebensabschnitt treten, deren Kinder ausziehen, die obdachlos geworden sind, die überlegen, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen; Frauen, die schwitzen, einander Geschichten erzählen, Träume wie aus Fantasy-Romanen haben – mit und ohne Kindern, Frauen mit Männern, ohne Männern, mit Frau oder ohne feste Partnerschaft. Kurzum: Geschichten von Frauen, in deren Leben sich Dinge verändern während sich auch ihr Körper und ihr Empfinden wandeln.</p>
<p><strong>&#8222;Endlich wird darüber geredet&#8220;</strong></p>
<p>In der vollbesetzten Rotunde der Akademie las Jule Ronstedt fünf dieser Geschichten vor und stieß damit auf große Begeisterung. Im anschließenden Gespräch mit Studienleiterin Dorothea Grass reflektierte sie die Menopause, gesellschaftliche Auswirkungen und die strukturelle Benachteiligung älterer Frauen – in Kultur und Medien, aber auch in der Medizin.</p>
<p>&#8222;Wenn Männer Wechseljahre hätten, dann würden wir schon die ganze Zeit darüber reden und zwar jeden Tag.&#8220;, sagte Ronstedt und spielte damit sowohl auf die Gesellschaft als auch auf ihre eigene Erfahrung an. Während die Müttergeneration der heutigen Frauen 47-plus kaum über die Wechseljahre gesprochen habe und deren Auswirkungen weder medizinisch noch gesellschaftlich eingeordnet wurden, habe mittlerweile ein Wandel stattgefunden. &#8222;Wir sind die erste Generation, die das Thema öffentlich und salonfähig macht. Endlich wird darüber geredet und endlich werden auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge klargestellt.&#8220; Bücher, Serien, Podcasts und Diskussionen schafften Aufklärung, Austausch und vor allem das Gefühl, nicht allein zu sein.</p>
<p><strong>Plädoyer für eine Neubewertung des Alterns</strong></p>
<p>Die Wechseljahre seien &#8222;nicht irgendwie nur eine komische Befindlichkeit bei Frauen.&#8220; Jede Frau erlebe den hormonellen Wandel anders, oft mit tiefgreifenden Auswirkungen, die Männer in dieser Form nicht erleben. Im Gespräch zwischen Dorothea Grass und Jule Ronstedt ging es auch um patriarchale Strukturen, die dazu geführt haben, dass weibliches Altern schambesetzt und unsichtbar gemacht wurde. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Film- und Fernsehbranche: Während Männer mit zunehmendem Alter weiterhin Rollen und Anerkennung erhalten, verschwinden Frauen ab etwa Mitte 40 aus dem Blickfeld. Dies habe nicht nur künstlerische, sondern auch existenzielle und finanzielle Folgen; Altersarmut treffe Frauen überdurchschnittlich häufig.</p>
<p>Jule Ronstedt plädiert für eine Neubewertung des Alterns sowohl bei Männern als auch bei Frauen – und für die Anerkennung der Erfahrung, sozialen Kompetenz und Netzwerke älterer Frauen. Durch die Wechseljahre habe sich ihr Blick auf Frauen verändert, sei wärmer und liebevoller geworden. &#8222;Meine Solidarität ist gewachsen&#8220;, erzählte sie.</p>
<p>Angesprochen auf den gesellschaftlichen Backlash und die Rückkehr traditioneller Rollenbilder wie sie sich etwa in der &#8222;Tradwives&#8220;-Bewegung in den USA manifestieren, zeigte sich Jule Ronstedt nicht nur besorgt, sondern eher motiviert zur Rebellion. Umso wichtiger sei es, laut zu bleiben, Geschichten zu erzählen, Verantwortung zu übernehmen und Männer als Verbündete zu gewinnen.</p>
<p>Das Älterwerden habe dabei auch Vorteile. &#8222;Ich würde sagen, gerade in den letzten Jahren bin ich mir selbst viel näher gerückt. Ich kenne mich viel besser und ich finde es auch ganz toll, auf bestimmte Sachen einfach keine Lust mehr zu haben. Ich würde sagen, ich bin in vielen Dingen auch klarer mit mir. Nur auf jung, schön, fruchtbar und knackig reduziert zu werden, fand ich noch nie so witzig.&#8220;</p>


<p><strong>INFOS &amp; INSPIRATION ZUM THEMA (u.a. aus der Veranstaltungs-Pinnwand):</strong></p>

<p><strong>Newsletter &amp; Magazine:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://palais-fluxx.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Fluxx-Letter (Palais Fluxx)</strong></a></li>
<li><a href="https://www.wechselweise.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Wechselweise</strong></a></li>
</ul>
<p><strong>Bücher:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Mandy Mangler</strong> &#8222;Das große Gyn-Buch&#8220;</li>
<li><strong>Sheila de Liz</strong> &#8222;Woman On Fire&#8220;</li>
<li><strong>Jule Ronstedt</strong> &#8222;Menomorphosen&#8220;</li>
<li><strong>Silke Burmester</strong> &#8222;Mutterblues: Mein Kind wird erwachsen, und was werde ich?&#8220;</li>
<li><strong>Gesine Cukrowski</strong> &#8222;Sorry Tarzan, ich rette mich selbst&#8220;</li>
<li><strong>Miriam Stein</strong> &#8222;Die gereizte Frau&#8220; / &#8222;Weise Frauen&#8220;</li>
<li><strong>Stefanie de Velasco</strong> &#8222;Heiß – Liebeserklärung an die Wechseljahre&#8220;</li>
<li><strong>Naomi Watts</strong> &#8222;Jetzt schon? – Wie ich früh in die Wechseljahre kam und was ich gerne darüber gewusst hätte&#8220;</li>
<li>
<div id="urhebersingle"><strong>Susanne Liedtke, Christina Enzmann</strong>  &#8222;Somebody told me – Ernährung als Schlüssel für mehr Wohlbefinden und Energie in den Wechseljahren&#8220;</div>
</li>
<li><strong>Suzan Obert</strong> &#8222;<span id="productTitle" class="a-size-large celwidget" data-csa-c-id="g9uztf-wzw2dp-r6gnzc-qka4b5">Wendepunkt Wechseljahre: Dein neues Leben beginnt jetzt! Wirksame Strategien für Gesundheit und Glück in Körper, Geist und Seele&#8220;</span></li>
</ul>
<p><strong>Job &amp; Gesundheit:</strong></p>
<ul>
<li><strong>wexxeljahre.de</strong></li>
<li><strong>the-change.org</strong></li>
<li><strong>www.menoacademy.com</strong></li>
</ul>
<p><strong>Podcasts:</strong></p>
<ul>
<li><strong>&#8222;Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast&#8220;</strong> mit Dr. Katrin Schaudig (ARD-Audiothek)</li>
<li><strong>&#8222;Gyncast&#8220;</strong>mit Prof. Dr. Mandy Mangler</li>
<li><strong>&#8222;Menomio – Der Podcast für glückliche Wechseljahre&#8220;</strong> mit Daniela Ullrich</li>
<li><strong>&#8222;Von wegen Pause&#8220;</strong> mit Birgit Fenderl</li>
<li><strong>&#8222;Meno an mich&#8220;</strong> mit Diana Helfrich und Julia Schmidt-Jortzig (BRIGITTE WOMAN)</li>
</ul>
<p><strong>Instagram:</strong></p>
<ul>
<li><strong>palais_fluxx</strong></li>
<li><strong>dieAlte – Wechseljahre-Wissen</strong></li>
<li><strong>perihub_de</strong></li>
<li><strong>claudiathorn</strong> (TCM Ärztin und Wechseljahre-Expertin)</li>
<li><strong>Mandy_mangler</strong></li>
<li><strong>Gynaeko.logisch</strong></li>
<li><strong>Editionf_com</strong></li>
</ul>
<p><strong>Filme &amp; Serien &amp; Dokus:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.joyn.de/serien/frier-und-fuenfzig-am-ende-meiner-tage/1-1-respekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8222;Frier und Fünfzig&#8220;</strong></a> (Serie auf Sat 1)</li>
<li><a href="https://www.arte.tv/de/videos/RC-026948/poerni/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8222;Pörni&#8220;</strong></a> (Arte-Mediathek)</li>
<li><strong>&#8222;</strong><a href="//www.arte.tv/de/videos/106660-000-A/die-unsichtbare-patientin-sind-frauen-anders-krank/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die unsichtbare Patientin &#8211; sind Frauen anders krank?&#8220;</strong></a> (Arte-Mediathek)</li>
<li><strong><a href="https://www.zdf.de/serien/queen-of-fucking-everything-100" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Queen Of Fucking Everything&#8220;</a></strong> (ZDF-Mediathek)</li>
</ul>
<p><strong>Forschung:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Studie zur Diversität im Film:</strong> <a href="https://www.malisastiftung.org/studien/diversitt-im-deutschen-film">https://www.malisastiftung.org/studien/diversitt-im-deutschen-film</a></li>
<li><strong>Bechdel-Test: </strong><a href="https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/bechdel-test">https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/bechdel-test</a></li>
</ul>


<p><em>Fotos: Ladner/eat archiv</em></p>

<p>Der Beitrag <a href="https://www.eatutzing.de/ein-abend-ueber-menomorphosen/">Ein Abend über &#8222;Menomorphosen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.eatutzing.de">Evangelische Akademie Tutzing</a>.</p>
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